Minimalismus Nachhaltigkeit

Wie man seine Vorräte aufbraucht und ein Fazit zur #KonsumAuszeit

11/28/2015
konsumauszeit_fazit
Heute ist internationaler „Kauf-nix-Tag“, perfekte Gelegenheit, für ein kleines Resümee zu meiner Konsumauszeit im November. Mein Ziel war es, mir bewusst zu machen, wofür ich mein Geld eigentlich ausgebe, vor allem mit Schwerpunkt Lebensmittel und dabei gleichzeitig meine Lebensmittelverschwendung einzubremsen, indem ich einfach mal meine Vorräte aufbrauche, bevor ich etwas Neues kaufe.

Gleich vorweg: In den ersten zwei Wochen habe ich für einen 4-Personen-Haushalt gerade mal 89 Euro ausgegeben, ausschließlich für Gemüse, Obst, Milchprodukte und Eier und das, obwohl ich sogar eine Kindergeburtstagsparty schmeißen musste. Ich war so stolz auf mich.

In den letzten beiden Wochen hat sich dann wieder der Konsum-„Schlendrian“ eingestellt, einmal war das Mehl aus, ein anderes Mal die Nüsse und schnell steht man dann wieder vor den Supermarktregalen und nimmt nicht nur das Benötigte mit, sondern auch mal was, was man nicht wirklich braucht. Einmal war ich sogar Kleidung shoppen, ich habe mir eingebildet, ich hätte für einen Geschäftstermin „nichts“ zum Anziehen und hab „zufälligerweise“ auch einen Aktionsgutschein zugeschickt bekommen, dem ich dann nicht widerstehen konnte. Gottseisgedankt gab’s dann die gewünschte Aktionsware nicht in meiner Größe und ich kam an diesem Tag ohne Ausgaben und wieder mit klarem Kopf zu Hause an.

Konnte ich das, was ich wollte aus der #Konsumauszeit mitnehmen?

Mehr Bewusstsein

Jein – nachdem jetzt doch recht rasch wieder alte Muster einkehren, muss ich sagen, dass da mehr her muss als eine vierwöchige Konsumauszeit. Gewohnheiten verändert man anscheinend nur begrenzt über Schocktherapie. Trotzdem werde ich mir solche Konsumauszeiten jetzt öfter mal nehmen, denn man kommt zumindest wieder leichter auf Schiene.

Geld
Das Gleiche gilt für das Thema Geld, bei einer Konsumauszeit, kann man sich zwar kurz ein bisschen etwas sparen, aber für den langfristigen Erfolg, braucht es auch hier langfristiges Tun.

Gesündere und vielfältigere Essgewohnheiten

Das war ein angenehmer Nebeneffekt. Der Grund für das immer wieder aufkommende Gefühl des „wir haben rein gar nichts zu essen zu Hause“ scheint zu sein, dass wir ziemlich oft dasselbe essen. Gerade mit Kindern, die neuen Essensexperimenten selten aufgeschlossen gegenüberstehen, kocht man immer wieder die fünf bewährten Gerichte, dabei wäre der Vorratsschrank voll mit Zutaten, die nie zum Einsatz kommen. Auch wenn am Anfang gemeckert wurde, wir haben unseren Speisezettel definitiv erweitert und dadurch, dass ich fast nur Gemüse und Obst gekauft habe und nichts zwischendurch auf die Hand oder doch schnell mal eine Fertigsoße, wurde der Speiseplan automatisch gesünder.

Wie Du am Besten Deine Vorräte aufbrauchst.

Bei mir sind zwar immer noch nicht alle Vorräte weg, aber sie sind stark reduziert. Hier kommen die wichtigsten Punkte, wie das auch bei dir schnell und problemlos funktionieren kann und du damit einige Zeit ohne zusätzlichen Einkauf auskommen kannst:

1) Ordnung machen
Erst mal bleibt Dir nichts anderes übrig, als alles auszuräumen und alle Vorräte zu checken. Abgelaufen oder nicht? Trotz Ablaufdatum noch gut? Wenn nein, dann gleich weg damit. Wenn ja, leg es lieber nicht wieder ganz hinten in den Vorratsschrank 😉 und frag Dich, willst Du es aufbrauchen? Wenn nicht dann

2) Teile dein Essen
Essen, das Du nie aufbrauchen wirst, weil es Dir nicht schmeckt oder weil Du zu viel davon hast, kannst du einfach teilen. Ich hatte viele alte Schokosachen und zahlreiche Getränke, die wir nie im Leben verbraucht hätten, warum warten bis es schlecht wird? Ich habe sie über eine foodsharing-Gruppe auf facebook weiter gegeben, es gibt auch schon Plattformen wie foodsharing (at) (de) über die Du Essen weiter verschenken kannst.

3)Mach dir eine Liste
Jetzt geht’s ans Ordnen. Räume alles wieder zurück in die Schränke und schreibe alles auf Listen. Dinge, die Du verbrauchst, streichst Du einfach durch. Bei der SpendingZero-Challenge (darüber habe ich schon hier geschrieben) gab es extra Listen für den Kühlschrank, das Gefrierfach und den Vorratsschrank. Das habe ich nicht gebraucht, so viele Sachen habe ich dann auch wieder nicht, aber vielleicht hilft Dir das weiter.

4)Plane Deine Mahlzeiten
Da bin ich ganz ganz schlecht, ich fange immer an, aber halte meine Pläne grundsätzlich nicht ein und das Ganze dann sowieso auf Dauer nicht durch. Dabei spart Planung eben genau Fehlkäufe ein und Arbeit neben bei auch. Ganz toll macht das zum Beispiel „Katharina kocht“, sie postet regelmäßig ihre Wochenpläne und zeigt, wie’s geht.

4)Werde kreativ
Wenn Du deine Vorräte wirklich radikal aufbrauchen willst, dann wirst du früher oder später vor dem Problem stehen, dass Dir für ein Rezept jede Menge Zutaten fehlen. Grundsätzlich gebe ich beispielsweise bei Chefkoch meine Hauptzutat(en) ein, durchsuche Kochbücher oder Pinterest und lasse dann einfach mal alles weg, was ich nicht habe. Sehr oft werden die Rezepte trotzdem sehr gut. Vielleicht kann man auch etwas anderes einfach ersetzen? Oder die Mengen etwas abwandeln. Sehr bewährt haben sich alle Formen von Risottos, Eintöpfen, Aufläufen und Suppen, da kann man eh praktisch alles zusammenwerfen. Aber ich sag’s gleich, es gab echt auch das eine oder andere Gericht, das dann nur ich gegessen habe.

5) Koch auf Vorrat
Ein sehr guter Tipp, der SpendingZero-Challenge war, die Vorräte gleich auf Vorrat zu verkochen und dann einfach portionsweise einzufrieren. Ich habe nur einen sehr kleines Gefrierfach und nutze deswegen andere Einkochmethoden. Vorkochen macht das Leben auf jeden Fall einfacher.

So das war’s eigentlich, hast Du noch ein paar Tipps? Oder wie gehst Du mit Deinen Vorräten um?

Liebe Grüße,

Birgit

PPS Gestern war in den USA der „kauf-nix-tag“ (buy nothing day), der wurde ja quasi als Gegenbewegung zum „Black Friday“ ins Leben gerufen. Black Friday ist der Tag nach Thanks giving, der in den USA jährlich die weihnachtliche Schnäppchenjagd einleitet. Unglaublich (traurig), dass es am Black Friday sogar immer wieder zu Prügeleien kommt.

PS Die Idee zur KonsumAuszeit kam von Apfelmädchen&Sadfsh

4 Comments

  • Reply Maria 11/29/2015 at 12:37

    Hallo Birgit!

    Danke für Deinen tollen Beitrag und das ausführliche Résumé.

    Vier Wochen sind wahrscheinlich wirklich zu kurz, aber es geht, dass man seine Gewohnheiten verändert mit der Zeit.

    Wichtig ist der Einkaufszettel und sich daran zu halten. Das hilft ungemein.

    lg
    Maria

    • Reply Fräulein im Glück 11/29/2015 at 18:39

      Liebe Maria,

      ja das ist eigentlich der Beste Tipp! Muss ich gleich ergänzen 🙂

      Danke.

      lg Birgit

  • Reply Lebensmittelverschwendung? Nein, danke! (Einladung zur Challenge) - Fräulein im Glück 10/08/2016 at 08:30

    […] fast genau einem Jahr habe ich mir ja schon einmal eine kleine #KonsumAuszeit gegönnt und habe dabei vor allem im Bereich Lebensmittelverschwendung für mich wirklich etwas […]

  • Reply Weniger Lebensmittelmüll im hektischen Familienalltag? 10 Ideen, die jeder umsetzen kann - Fräulein im Glück 10/17/2016 at 18:46

    […] habe in den letzten Jahren schon öfter versucht unsere Lebensmittelverschwendung stark zu reduzieren, manchmal gelingt es mir besser, manchmal schlechter. Kinder und Job sind schon anstrengend genug, […]

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