Achtsamkeit

Die schwerste Übung: Mit sich selbst achtsam sein

06/27/2014

mehr Zeit für sich

Heute war wieder so ein Tag: Ich mit den Kids, ganz allein, Mann nicht da. Nacht kurz, weil Glücksbaby krank, Kindergarten entfallen, stattdessen mit dem Großen zu einem lang ausgemachten Arzttermin, dann schnell heim, alle brauchen Essen. Nachmittags dann raus mit den Kids, Gartenarbeit und schon wieder Abend, Essen und dann das nervenaufreibende Abendspektakel.

Jetzt schlafen alle. Endlich.

Jetzt, wo sie hoffentlich lange schlafen (HAHAHA- ich lache selbst über meinen Optimismus), atme ich mal kräftig durch und spür mich wieder.

Jetzt kann ich hinhören: „Körper, was willst du mir sagen?“

Wenn du mich schon so fragst: Ich will dir sagen, dass du mir nie zuhörst! Außerdem bist du durstig, dir fallen gleich die Augen zu. Sitz nicht so buckelig da! Und übrigens hör endlich auf so viel Süßes in dich reinzustopfen und überhaupt, schau besser auf dich! 

Danke, danke! Ich hab’s verstanden. Musst nicht mehr weiter reden.

Den ganzen Tag bin ich bemüht die Bedürfnisse anderer zu erfüllen und ich mache es wahnsinnig gerne (meistens – na gut – oft) aber ich sollte auch auf meine Bedürfnisse hören und zumindest einige davon erfüllen.

Uta schrieb vor einiger Zeit:

„Love yourself first“

denn

„[…] nur jemand, der sich selber lieben kann, kann auch andere aufrichtig lieben. Wenn bei einem selber der Speicher leer ist, ist da nichts mit Überfließen, sich Verströmen, Überschwappen.“

Deswegen versuche ich besser meine Bedürfnisse wahrzunehmen und zu hören, was ich brauche (siehe Dialog oben)

bewusst wahrzunehmen, was ich geleistet habe und mich selbst wertzuschätzen

und dann ja dann, werde ich einfach versuchen mich weniger zu stressen und das klappt am Besten indem ich

  • den Partner mehr einspanne (Danke Schatz!) oder
  • ich andernorts Hilfe suche (vielen Dank Oma!)

und dann gibt’s noch die Zeiten, in denen keine Hilfe zur Verfügung steht und dann denke ich am Besten an den Regen (von mir sinngemäß übersetzt):

RAIN

Recognize what is going on; (Erkenne, was gerade vor sich geht)

Allow the experience to be there, just as it is; (Lass die Erfahrung so wie sie ist. Versuche sie anzunehmen, auch wenn sie nicht positiv ist.)

Investigate with kindness; (Betrachte mit Güte, was wirklich vorgeht)

Natural awareness, which comes from not identifying
with the experience. (Natürliches Gewahrsein – nicht mit dem Erlebnis identifizieren)

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Alles Liebe

das Fräulein

PS das war mein letzter Beitrag mit meiner Sicht auf das Thema Achtsamkeit, dem sich Sonja und ich im Juni gewidmet haben. Vielen Dank an alle, die so zahlreich mitgemacht haben.

Weiter lesen könnt ihr bei:

Wertvoll-Blog

Liebevoller leben 

Stadtmama

Schreibtischwelten

Perfektwir

Kreativ Leben 

Jahreszeitenbriefe

8same

Wolkenschmiede 

Widerstandistzweckmäßig

Pünktchenyoga 

 

 

11 Comments

  • Reply Micha 06/28/2014 at 02:43

    Die Achtsamkeitsposts haben mir sehr gut gefallen. Bei dem, was du heute beschreibst, finde ich es schwierig, nicht zu bewerten, sondern einfach anzunehmen. Aber das ist wahrscheinlich eine lebenslange Übung.
    LG, Micha

    • Reply Fräulein im Glück 06/30/2014 at 18:14

      Liebe Micha,

      danke für deinen Kommentar. Lebenslange Übung ist treffend formuliert. Ich merke eh wie schwierig es ist und ich versuche es schon einige Zeit.
      Alles Liebe,

      das Fräulein

  • Reply Kreativ Leben - Angelika 06/28/2014 at 13:22

    Sehr schön, und den Rain nehme ich mir gleich mit und wende ihn an.
    Schönen Samstag und viele Grüße,
    Angelika

    • Reply Fräulein im Glück 06/30/2014 at 18:16

      Liebe Angelika,

      danke für deinen Kommentar. Ich finde RAIN auch sehr interessant, überhaupt im mindful-magazine finde ich immer wieder interessante Impulse. Ist sehr zu empfehlen.

      Liebe Grüße,

      das Fräulein

  • Reply Maria 06/28/2014 at 20:47

    Danke sehr für diesen Beitrag! Wieder lernen, auf den Körper zu hören und die geäußerten Bedürfnisse zu erfüllen.

    Für viele Menschen einfach, für manche fast unschaffbar. Wenn man es verlernt hat ist es ein weiter Weg wieder dort hin zu kommen. Wie Du auch schon schreibst, selbst so einfache Dinge wie „Durst“ und dann etwas zu trinken – selbst das kann in manchen Momenten, wo die Achtsamkeit gar nicht mehr da ist, schwierig werden.

    Danke für die Anregungen und schade, dass der Juni so schnell vergangen ist…

    lg
    Maria

    • Reply Fräulein im Glück 06/30/2014 at 18:17

      Liebe Maria,

      Danke! Ich denke immer erst Abends drüber nach, ob ich tagsüber eigentlich genug getrunken habe, manchmal kann ich es dann gar nicht genau sagen.
      Eigentlich schlimm.
      Ja, der Juni ist schnell vergangen, aber das war sicher nicht mein letzter Achtsamkeitsbeitrag, ich hoffe deiner auch nicht 🙂

      Liebe Grüße,
      das Fräulein

  • Reply Sandra 06/29/2014 at 09:28

    Danke für diesen schönen Post, den ich grad so gut gebrauchen kann. Hab vor drei Wochen mein zweites Kind bekommen u mit einer zweijährigen dazu vergess ich oft den ganzen Tag auf mich. Selbst ganz banale Sachen… Trinken… Zähne putzen… 😉 am Abend denk ich dann als erstes nur am berieseln lassen vorm Fernseher, aber eigntlich bringt mir das nicht wirklich was. Werd mir deine Zeilen am Abend nochmal vornehmen und dann die Zeit hoffentlich FÜR MICH sinnvoller nutzen können…

    • Reply Fräulein im Glück 06/30/2014 at 18:20

      Liebe Sandra,

      ich kenne das echt zu gut. Mit einem ging es ja noch, aber mit zweien ist es einfach so anstrengend, wenn sie noch so klein sind. Berieseln lass ich mich auch oft, halt meistens vom Computer. Vielleicht muss das aber so sein und wenn wieder mehr Luft ist, dann kann man auch wieder besser mit dem Achtsamkeit üben beginnen. Ich hab mal ein Zitat gelesen: Segeln lernt man ja auch bei ruhiger See und nicht bei Sturm (sinngemäß wiedergegeben – leider keine Ahnung mehr, woher ich das habe) und so ist es mit der Achtsamkeit/Meditation auch.
      Ich wünsche dir das Beste mit deinen Zwei.
      Alles Liebe
      vom Fräulein

  • Reply Achtsamkeit – Monatsthema Juni | Fundstücke aus dem Internet 06/30/2014 at 04:42

    […] Fräulein im Glück Achtsamkeit im Alltag Achtsamkeit mit Kindern Achtsamkeit in der Beziehung Mit sich selbst achtsam sein […]

  • Reply Sonja 06/30/2014 at 09:21

    Liebe Birgit,
    auch ich bedanke mich für den tollen Achtsamkeits-Monat! Ganz schön viel Input ist da zusammengekommen und ich werde wohl auch die nächsten Monate noch Nacharbeiten und ausprobieren!
    Ja, und dann gibt es die Tage, wo man (vor allem mit kleinen Kindern) einfach funktionieren muss! Deine rain-Technik ist sehr gut!
    Liebe Grüße, Sonja

    • Reply Fräulein im Glück 06/30/2014 at 18:21

      Stimmt, da ist einiges an neuen Blickwinkeln dazu gekommen. Ich freu mich wirklich, dass so viele mitgemacht haben.

      Alles Liebe!

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