Minimalismus Nachhaltigkeit

Weniger Lebensmittelmüll im hektischen Familienalltag? 10 Ideen, die jede/r umsetzen kann

10/17/2016

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Wie viele Lebensmittel schmeißt ihr zu Hause so weg? Wir leider viel, mehr als ich will. Damit sind wir nicht alleine, geschätzte 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden im Jahr weltweit weggeworfen* (aber nicht nur in den Haushalten, sondern schon am Feld, beim Transport oder auch im Handel). Die ORF-Aktion Mutter Erde beschäftigt sich in diesem Jahr mir dem Thema Lebensmittelverschwendung und letzte Woche gab es dazu eine Mitmach-Challenge „Essen verschwenden ist Mist- in 5 Tagen zu weniger Lebensmittelmüll“ ich habe sie selbst gemeinsam mit Mutter Erde entwickelt und es war sehr spannend sich mit dem Thema Lebensmittelverschwendung noch einmal genauer auseinanderzusetzen.

Immer wieder Thema – wie den Lebensmittelabfall zu Hause reduzieren?

Ich habe in den letzten Jahren schon öfter versucht unsere Lebensmittelverschwendung stark zu reduzieren, manchmal gelingt es mir besser, manchmal schlechter. Kinder und Job sind schon anstrengend genug, da läuft das Essen viel zu oft nur nebenbei. Da passiert es immer wieder, dass ich etwas einkaufe, und daheim komme ich drauf, dass ich es eh schon in doppelter und dreifacher Ausführung zu Hause habe. Oder was mir noch häufiger passiert ist, dass ich hochtrabende Pläne habe a la „ich backe eben mal schnell einen Kuchen und zum Abendessen gibt es dann noch ein 3-Gänge-Menü“, dann kaufe ich dafür alles ein und habe am Ende einfach keine Zeit, diese Pläne auch in die Tat umzusetzen (die Kinder werden unterwegs stattdessen mit Weckerln abgespeist) und irgendwann, wenn ich mein 3-Gänge-Menü lange genug nach hinten verschoben habe, kann ich die Zutaten irgendwann kübeln und damit nicht gerade wenig Geld.

Nicht aufgeben, sich immer wieder erinnern

Ich finde daher solche „Challenges“ immer sehr gut und wichtig, denn so wird man sich des Problems, der unliebsamen Muster wieder bewusst und kann auch aktiv etwas dagegen tun, und wenn nicht alles von heute auf morgen perfekt wird, auch kleine Schritte führen zuletzt zum Ziel.

Und dann geht es darum, das Gelernte auch langfristig in den Alltag zu übertragen, wie sich neben den Kindern, dem Job und sonstigen Dingen noch um gesundes Essen kümmern und dabei möglichst Lebensmittelabfall vermeiden?

Weniger Lebensmittelmüll – 10 Ideen die einfach im Alltag umzusetzen sind.

Ich dachte mir daher, ich schreibe heute einmal die besten Tipps zusammen, die ich aus der Challenge mitgenommen habe und die sich sofort in den Alltag integrieren lassen, ohne dass sie das Familienleben noch mehr verkomplizieren. Ich bin gespannt, was ihr dazu sagt:

  • Die Übersicht behalten. Am Tag 1 der Challenge hieß es einmal alle Vorräte ausräumen, überprüfen und ordnen. Ich finde das besonders wichtig, denn das, was im Kasten ganz nach hinten rückt, wird irgendwann vergessen, nie aufgebraucht und erst wiedergefunden, wenn sich die Motten eingenistet haben. Ich versuche deshalb möglichst alles sichtbar zu haben. Dh. in den Schränken wenn möglich nichts mehrreihig, alles in Gläser, die ja auch draußen sehr dekorativ aussehen und wenn es gar nicht geht, dann eine Liste machen, der Dinge, die sich in einem Schrank befinden und die Liste am Schrank gut sichtbar aufhängen.
  • Im Kühlschrank ältere Dinge immer nach vorne einschlichten.
  • Man darf Zutaten auch weglassen. Für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse beim Thema Lebensmittelverschwendung ist, dass ich meistens Zutaten weggeben muss, die ich in einem „gesünder-leben-Wahn“ gekauft habe. Ich habe sie gekauft, weil mir ein Gericht besonders gesund und schmackhaft erschien und dann habe ich das Gericht entweder nicht gekocht oder besagte Zutat nie mehr verwendet. Dabei darf man Zutaten ruhig weglassen (also man muss sie gar nicht erst kaufen). Das Weglassen von (exotischen Zutaten) ist meistens kein Problem, denn man braucht nicht alle Zutaten für ein gutes Gericht. Manche Gerichte schmecken auch noch wahnsinnig gut, wenn man fast alles weglässt, was im Rezept steht. Manche werden dadurch sogar noch viel besser! Anderes kann man gut durch Dinge ersetzen, die man sowieso schon daheim hat. Einfach mal ausprobieren.
  • Es ist in Ordnung immer wieder das Gleiche zu kochen, vielleicht nicht immer nur zwei Gerichte, aber eine Handvoll genügen. Ich denke, das muss auch einmal gesagt werden. Angeblich kauft man sowieso immer die 50 gleichen Sachen im Supermarkt und es ist auch in Ordnung das zu machen, sowieso solange man kleine Kinder hat. Das vereinfacht das Leben ungemein, die Gerichte, die man schon kennt sind meistens schnell gekocht, man hat die Zutaten sicher zu Hause und die Kinder lieben sie! Mehr Tipps zur Menüplanung findet ihr hier (Tag 3 der Challenge)
  • Es ist ok nicht immer selbst zu kochen. Im Bezug auf meine 3-Gänge-Menü-Ambitionen habe ich in den letzten Wochen einen Gang runter geschaltet und das hat mir schon viel Geld und Lebensmittelmüll erspart. Es geht einfach nicht Punkt. Es ist ok, nicht die perfekte Mutter und Hausfrau zu sein. Ich pfeif auf 5-Gänge-Menüs.
  • Einfrieren, einfrieren, einfrieren. Das Tiefkühlfach eine wahre Anti-Lebensmittel-Müll-Maschiene. Von einer lieben Arbeitskollegin hab ich den Tipp bekommen, die Butterbrotreste der Kinder einzufrieren und daraus Scheiterhaufen zu machen. Reste unserer Mahlzeiten werden zu schnellen Fertiggerichten, die ich mir dann auftaue, wenn ich einmal ein schnelles Mittagessen alleine brauche.
  • Vergiss das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nichts anderes als eine Garantieerklärung des Herstellers, das Essen ist mit Ablauf dieses Datums nicht sofort verdorben. Im Gegenteil Greenpeace hat einige Lebensmittel getestet, darunter z.B. auch Milchprodukte oder Wurst und hat herausgefunden, dass alle auch 14 Tage nach Ende des Ablaufdatums noch in Ordnung waren.
  • Bevor es schlecht wird: Regelmäßig aussortieren und das Essen, was man nicht aufbrauchen kann einfach verschenken.
  • Übrigens mit Kaufentscheidungen kann man sehr viel Lebensmittelmüll vermeiden, der schon vor dem Einkauf passiert. Wer sich für regionale & saisonale Lebensmittel entscheidet, spart Lebensmittelmüll ein, der schon beim Transport anfällt. Auf Märkten oder mit dem „Biokistl“ bekommt man genau das was man braucht nicht fertig abgepackt und außerdem auch ohne Plastikmüll und kann sie so in der richtigen Menge mit nach Hause nehmen. Mehr dazu hier.
  • Und wenn gar nichts mehr geht: Lebensmittel kompostieren. Irgendwann ist es dann doch so weit, man hat den Fenchel nicht aufgebraucht, bevor er ein runzeliger Ball wurde und die Gurke ist jetzt schimmelig. Dann ist es noch immer besser sie zu kompostieren, als sie in den Hausmüll zu werfen. Was verbrannt ist, ist weg. Für immer. Im Biomüll wird zumindest wieder Kompost daraus und die Lebensmittel werden in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt. Und ein kleiner Komposthaufen geht überall, meine Schwester hat zum Beispiel eine kleine Kompostkiste am Balkon eingerichtet, hat bestens funktioniert und Wurmkisten gibt es in verschiedenen Größen und passen auch auf jeden Balkon und wenn man das nicht möchte, dann gibt es immer noch die Biotonne.

Was sind eure schlechtesten Gewohnheiten, warum ihr Lebensmittel wegwerfen müsst und was macht ihr dagegen?

Die ganze Mutter Erde Challenge zum Nachlesen mir allen Tipps findet ihr übrigens hier.

Alles Liebe,

Birgit

*Zahlen dazu findet ihr z.B. hier & hier

PS weil es so gut passt verlinke ich zu einfach.nachhaltig.besser.leben.

PPS auch die kleine Botin beschäftigt sich mit Lebensmittelverschwendung.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Mutter Erde.

13 Comments

  • Reply Anonymous 10/17/2016 at 20:17

    Ich kann nur immer wieder sagen: was unser leben wirklich vereinfacht und unseren „lebensmittelmüll“ reduziert hat, ist ein wochen-essensplan. Mein mann und ich haben sogar ein schönes ritual daraus gemacht: am sonntag abend besprechen wir bei einer tasse tee, wer in der darauffolgenden woche wann und wo termine hat, wer kocht und was wir essen. Wir überlegen, welche lebensmittel gerade saison haben (= frisch und billig sind) und schreiben parallel einen einkaufszettel. Weil das den kids schmeckt, gibt es je 1x was mit nudeln, was mit reis, mit kartoffeln. 1x fleisch oder fisch und was gemüsiges. Wir halten uns nicht sklavisch an den plan, aber meist wollen wir gar nichts anderes, weil er uns die entscheidung vereinfacht. Wenn wir wenig zeit zum kochen haben, gibt es zb nudeln oder was zuvor gekochtes + eingefrorenes wird aufgetaut (zb marillenknödel oder suppe). Bei der plan-erstellung schauen wir auch, welche lebensmittel in kühlschrank und kastl verbraucht werden sollten. Wir machen das seit ca. 2 jahren mit großem erfolg!

    • Reply Birgit 10/17/2016 at 20:50

      Vielen Dank für deinen interessanten Erfahrungsbericht. Ich glaube auch, dass die Planung über allem steht, aber da ich es nie selbst geschafft habe einen Wochenplan langfristig zu etablieren, hab ich das nicht als Tipp gegeben. Obwohl ich mir natürlich sicher bin, dass ein Wochenplan ein wichtiger Eckpfeiler ist um Lebensmittelverschwendung wirklich gut und dauerhaft in den Griff zu bekommen.

      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Weniger Lebensmittelmüll im hektischen Familienalltag? 10 Ideen, die jede/r umsetzen kann | Fundstücke aus dem Internet 10/18/2016 at 06:06

    […] Weniger Lebensmittelmüll im hektischen Familienalltag […]

  • Reply Maria 10/18/2016 at 06:10

    Hallo Birgit!

    Deine Tipps finde ich alle sehr hilfreich! Eine tolle Sammlung hast Du durch die Aktion von Mutter Erde zusammen getragen. Auch bei mir ist der TK-Schrank ein sehr wichtiges Mittel, um den Lebensmittelmüll zu reduzieren. Auf meinem Blog habe ich einmal eine Liste zusammen gestellt, was man alles einfrieren kann.

    https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2016/06/06/aktiv-gegen-lebensmittelverschwendung-5/

    Ganz wichtig finde ich auch den Tipp, dass man einiges durch anderes ersetzen kann. Damit habe ich in den letzten Monaten experimentiert.

    Deinen Beitrag habe ich in meinen Fundstücken rebloggt, weil ich ihn so gut finden. Danke auch fürs Teilen in der EiNaB-Gruppe. Sehr gerne auch direkt in der Linkparty!

    lg
    Maria

    • Reply Birgit 10/18/2016 at 12:43

      Liebe Maria,

      vielen Dank! Ich verfolge immer gespannt, was du schreibst. Ich hab mich auch gleich verlinkt, fein, dass du mich erinnert hast. Danke!
      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply tolitha 10/18/2016 at 14:24

    Wir sind eine 6köpfige Familie und schaffen es recht gut, keine Lebensmittel zu verschwenden. Das war nicht immer so, aber mittlerweile geht’s dank folgender Eckpfeiler sehr gut : Ungefähre Essensplanung, Ignorieren des MHD, und ab und zu bewusster Verzicht aufs Einkaufen – dann gibtes Restl-Essen mit allem möglichen, man wird recht kreativ!
    Sollte trotzdem noch was über bleiben, haben wir noch Hühner und Schweine, die unsere Küchenabfälle lieben. 😉

  • Reply zero waste | Lebensmittel soll man nicht wegwerfen... | die kleine Botin 10/18/2016 at 17:41

    […] PS: Birgit hat sich mit dem Thema auch intensiv auseinandergesetzt, hier sind ihre 10 Ideen zur Vermeidung von Lebensmittelmüll […]

  • Reply Andrea 10/24/2016 at 08:15

    Danke, liebe Birgit, für die vielen Tipps! Ein Wochenplan hilft auch – einerseits um Zeit und Geld beim einkaufen zu sparen und andererseits entfällt die lästige Frage „was koch ich heut“. Mehr dazu in unserem Beitrag aus dem Archiv: http://www.babymamas.at/index.php/gesund-und-ernaehrung/389-wochenplan-was-gibt-s-heut-zu-essen

    • Reply Andrea 10/24/2016 at 08:16

      oh, die anderen Kommentare wurde erst angezeigt als ich kommentiert hatte……… aber ich schaff das mit den Wochenplan auch nicht wirklich 😉

  • Reply helen 10/28/2016 at 17:20

    es hilft immer wieder sich der Essensverschwendung bewusst zu machen.
    Meine Kinder sind mittlerweile schon erwachsen. Bei uns gab es über viele Jahre einen Essensplan, der auch sonntags immer erstellt wurde. Wichtig war uns das gemeinsame Essen, also wurden alle Termie mit eingebaut und auch überlegt geplant. Wenn wenig Zeit war, dann wurde am Vortag mehr gekocht.
    Auch wir haben uns da nicht sklavisch daran gehalten, aber wie schon gesagt wurde, konnten wir uns die Frage ersparen „Was kochen wir heute?“
    Als die Kinder etwas 10 bis 11 Jahre waren, waren sie einmal in der Woche für das Abendessen selbst verantwortlich. Am Anfang noch mit Hilfe, später haben sie alleine gekocht.
    Heute, als Erwachsener, sind sie sehr froh über diese Vorgehensweise. Sie haben es nämlich gelernt mit Lebensmittel umzugehen.

  • Reply Dani 10/30/2016 at 05:48

    Du hast es genau getroffen und vielen Dank für die tollen Tips. LG Dani

  • Reply Herbstliche Kürbis-Kokos-Suppe und die 5 Elemente-Küche - Fräulein im Glück 10/30/2016 at 11:48

    […] Alltag noch machbar ist: Gemüse grob schnippeln, kochen, würzen, pürieren fertig. Auch für die Resteverwertung gibt es nichts Besseres. Auf den Geschmack von Suppen und Eintöpfen bin ich damals nach der Geburt […]

  • Reply 10 Dinge, die du in deiner Küche nicht brauchst + #wirmistenaus Wochenaufgabe - Fräulein im Glück 03/16/2017 at 18:21

    […] Kühlschrank übersichtlich gestalten und Lebensmittelversschwendung eindämmen findest du hier einen ganzen Artikel von […]

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