Achtsamkeit Familie

Achtsamkeit im Alltag

06/06/2014

Alltag

Der Juni ist für mich und Sonja vom wertvoll-blog das „Monat der Achtsamkeit“. Jeden Freitag gibt’s einen Beitrag. Bei mir geht es heute um Achtsamkeit im Alltag.

Achtsam sein, bedeutet, wach zu sein. Es bedeutet, zu wissen, was wir tun.
Jon Kabat-Zinn

Was Kinder noch können, nämlich voll und ganz im Moment leben, haben viele Erwachsenen schon lange verlernt (ich leider auch). In der Praxis bedeutet Achtsamkeit daher üben, üben und eine Fähigkeit erlernen, die wir eigentlich irgendwo drinnen schon immer besitzen.

Achtsamkeit & Meditation

Jetzt führt ein Weg (oder vielleicht DER Weg) achtsamer und gelassener zu werden über Meditation. Meditation bedeutet (meistens) hinsetzen, nichts tun und sich auf den Moment konzentrieren (dabei meistens auf den Atem).

Nicht ganz einfach, denn man fängt dann an zu denken, was man grad alles aufräumen müsste, was man in der Arbeit vergessen hat oder ob das Kind vielleicht bald wieder krank wird. Bemerkt man, dass die Gedanken wandern, fängt man wieder von vorne an und so geht es weiter und weiter. Irgendwann, wenn man lange genug geübt hat, denkt man weniger und atmet mehr.

Ich für meinen Teil scheitere am Üben.

Tagsüber fehlt mir die Zeit und abends, wenn ich mich endlich hinsetzen kann, um eine Minute mal nichts zu machen, schlafe ich ein. Auch im Sitzen.

Deswegen hab ich kleine Übungen zusammengetragen, die mir und vielleicht auch euch helfen, aus der täglichen Routine ein bisschen auszusteigen und bewusster den Alltag zu erleben.

Gewohnheiten ändern

  • Geh neue Wege: Nimm einen anderen Weg zum Kindergarten, fahr mit dem Fahrrad zur Arbeit oder versuche extra einen Umweg nach Hause zu gehen.
  • Tu das Gegenteil von dem, was du normalerweise tust. Versuche Muster zu erkennen, welche Reaktion zeigst du immer? Vielleicht gelingt es ja sogar im Streit, mal was ganz was anderes, zu sagen?
  • Manche Routinen sind extrem mühsam. Zum Beispiel Zähneputzen mit Kind im Trotzalter. Wie wär’s einmal bewusst zu versuchen dabei zu lachen oder alle zum Lachen zu bringen

Achtsamkeit unterwegs

  • Sich Signale setzten: Die rote Ampel oder den gestressten Blick auf die Uhr als Erinnerung nutzen, bewusst zu sehen, wo man gerade ist. Wie sieht die Umgebung aus? Ist ein Wölkchen am Himmel? Einmal Tief durchatmen und weiter geht es.

 Mit Ritualen den Alltagsstress durchbrechen

  • Beim Heimkommen nicht gleich weiter hetzen. Nimm dir wirklich Zeit alle Familienmitglieder zu begrüßen.
  • Ich schmeiße meine Schuhe immer irgendwie hin. Es geht aber auch anders. Einmal bewusst Schuhe ausziehen und ordentlich hinstellen, dann erst die nächste Aktion in Angriff nehmen.

Essen als Achtsamkeitsübung

  • Von der MBSR -Anti-Stress-Methode habe ich die Übung des bewussten Essens. Bei einer Mahlzeit am Tag jeden Bissen wirklich achtsam genießen. Wie sieht das Essen aus? Wie ist der Geschmack? Wie riecht es? Wie fühlt es sich an, etwas Köstliches zu essen?

Abschalten, und zwar die Technik

  • Fernsehkonsum, Handynutzung, jegliche Art der technischen Zerstreuung einmal bewusst abschalten (für mich wirklich eine der schwersten Übungen).

Die kleinen Wunder des Alltags bemerken, sogar im ganz alltäglichen

  • Zähneputzen mit einem Trotzkind? Nervig? Nein, wunderschön einmal Zeit zu zweit zu genießen.

Aufmerksamkeit schenken

  • Nimm dir eine bewusste Zeitspanne vor, in der du deinen Kindern, deinem Partner oder deinen Freunden wirklich volle Aufmerksamkeit schenkst. Wirklich da sein, zu hören, anschauen. Ist zumindest für mich (leider) eine schwere Übung und muss ich bewusst ausführen.

Habt ihr noch Tipps, wie man mehr Achtsamkeit in den Alltag bringen kann?

Alles Liebe

das Fräulein

Bei unserer Aktion entstanden auch auf anderen Blogs viele wertvolle und interessante Beiträge Maria von Wiederstandistzweckmäßig hat sie alle sortiert. Vielen Dank dafür. Die Liste findet ihr hier. 

Mitgemacht haben:

Wertvoll-Blog

Liebevoller leben 

Stadtmama

Schreibtischwelten

Perfektwir

Kreativ Leben 

Jahreszeitenbriefe

8same

Wolkenschmiede 

Widerstandistzweckmäßig

Pünktchenyoga 

PS

Quellen: Jan Thorsten Eßwein, Achtsamkeitstraining;

Jack Kornfield, Meditation für Anfänger

Mindful Magazine

 

22 Comments

  • Reply Frau L. 06/06/2014 at 12:21

    Danke für diese schöne Sammlung.

    Insbesondere das Zähneputzen mit Kleinkind (schon vor der eigentlichen Autonomiephase, sagen wir, eine Herausforderung) werde ich versuchen mir vorzunehmen. Oftmals hatten Miss Bee und ich nämlich bis dahin einen schönen Tag, doch nachdem allabendlichen Kampf ist die Stimmung dahin. Vielleicht hilft’s.

    Die Ideen mit den Signale setzen finde ich super – so kann ich vielleicht besser mit Stresssituationen umgehen.

    Ich finde es persönlich einfacher und hilfreich, morgens den achtsamen Umgang zu üben. Zum Einen, weil ich trotz Schläfrigkeit mehr Energie und Willenskraft habe und zum Anderen, weil ich so einen aufmerksameren Ton für den Tag anstimmen kann.

    • Reply Fräulein im Glück 06/10/2014 at 19:33

      Danke dir für deinen wirklich interessanten Beitrag dazu auf deinem Blog. Hab dir dort geantwortet (wie du ja schon gelesen hast, bin derzeit mal wieder mit allem in Verzug inklusive Beantworten von Kommentaren hier), was das mit der Achtsamkeit im Alltag ganz schon schwierig macht 😉

  • Reply Julia Graf 06/06/2014 at 14:29

    Vielen Dank, dass Ihr Euch dieses wichtigen Themas annehmt. Das Bewusstsein ist ja oft da, aber Achtsamkeit tatsächlich im Alltag zu verankern, ist noch einmal etwas ganz anderes.
    Wir haben immer wieder darüber nachgedacht, wie man mit kurzen Momenten mehr Achtsamkeit und „Im jetzt Leben“ in den Alltag bringen kann:

    http://www.kinderjubel.com/category/ein-moment-fur/

    Manchmal hilft schon ein kurzer Moment in dem man innehält und sich auf einen Sinn konzentriert. Das kann den Tag ungemein bereichern, ohne, dass man stundenlang im Schneidersitz sitzen muss.

    http://www.kinderjubel.com/category/20-sekunden/

    Ich freue mich sehr noch mehr praktische Tips von Euch zu hören und werde fleißig vorbeischauen!
    Liebe Grüsse,
    Julia

    • Reply Fräulein im Glück 06/10/2014 at 19:34

      Liebe Julia, da sind schöne Ideen dabei. Ich werde gerne bei dir weiterlesen.

      Liebe Grüße,

      das Fräulein

  • Reply Sonja 06/06/2014 at 19:27

    Huhu, viele, tolle Tipps hast du zusammen getragen! Meditation ist auch gar nichts für mich. Ich hab dabei immer das Gefühl, gleich hyperaktiv zu werden. Achtsames Essen ist auf jeden fall ein Ziel, mit (kleinen) Kindern aber eine absolute Herausforderung! Und die alltäglichen Momente genießen, puh! Aber definitiv ein gutes Ziel!
    Hab ein wunderschönes Traumwetter-Wochenende!
    Liebe Grüße, Sonja

  • Reply Maria 06/06/2014 at 20:18

    Das sind sehr gute Anregungen, Deine Tipps gefallen mir ausgesprochen gut!

    lg
    Maria

    • Reply Fräulein im Glück 06/10/2014 at 19:38

      Liebe Maria, liebe Sonja,

      danke! Das schwierige ist, sich selbst im Alltag dann an diese Übungen zu erinnern. Der Teil fällt mir sehr schwer und dafür hab ich leider keine guten Tipps.

      Liebe Grüße

      das Fräulein

  • Reply Katrin Linzbach 06/08/2014 at 10:53

    Liebe Fräulein im Glück,

    ganz herzlichen Dank für diese Themenreihe! Achtsamkeit im Alltag macht das Leben so viel lebendiger, bunter und lebenswerter.
    Ich habe ein Kartenspiel für mehr Bewusstsein im Alltag entwickelt. Darin sind ähnliche Übungen enthalten, wie du sie hier beschreibst. Darüber habe ich auch gebloggt. Zum Beispiel „Achtsam essen schmeckt“:
    http://bewusstsein-braucht-raum.de/achtsam-essen-schmeckt-woche-8/

    In Stille zu meditieren fällt mir machmal auch sehr schwer. Ich selbst nutze dann Haushaltstätigkeiten dafür – zum Beispiel lasse ich beim Spühlen alle Gedanken mit in den Abfluss sickern oder fokussiere mich beim Staubwischen ganz auf die Tätigkeit an sich.

    Liebe Grüße und ein schönes Pfingstwochenende euch allen,
    Katrin

    • Reply Fräulein im Glück 06/10/2014 at 19:59

      Liebe Katrin,

      die Schokoladenmeditation auf deiner Seite finde ich ja eine super Idee. Ich werde bei deiner Seite sicher öfter reinschauen.

      Liebe Grüße,

      das Fräulein

  • Reply Frieda 06/08/2014 at 17:06

    Liebes Fräulein im Glück,

    du hast eine tolle Liste mit einigen Anregungen zusammen gestellt! Ich werde mir ein paar Punkte bewusster vornehmen, vor allem das Essen und aus Zahnputzkrampf Zahnputzspaß zu machen.

    Ich habe bei einer Kur gelernt, achtsam mit mir zu sein. Im Alltag versuche ich immer als Mama zu funktionieren, den Alltag mit den ganzen Terminen und der Arbeit zu organisieren, Erwartungen zu erfüllen. Bei der Kur aber habe ich gemerkt, was mir wirklich gut tut: Bewegung, frische Luft, progressive Muskelentspannung, stricken, lesen, Austausch, um Hilfe bitten. Immer, wenn ich mir Zeit dafür bewusst nehme (und der Fernseher aus bleibt), bin ich achtsam mit mir. In dieser Zeit bin ich auch bei mir. Achtsamkeit bedeutet für mich auch, Vorsorgen wahrzunehmen, was mich gerade erst vor Schlimmerem bewahrt hat.
    Achtsamkeit Mitmenschen gegenüber bedeutet für mich, Menschen „zu lassen“. Niemand geht in den Schuhen des anderen und es steht niemandem zu, über andere zu urteilen bzw. sie zu bewerten. Das kostet und erzeugt auch viel negative Energie, für die ich keine Kraft aufwenden möchte. Achtsamkeit meinen Freunden und meiner Familie gegenüber bedeutet für mich, Bedürfnisse zu erkennen und zu respektieren.
    Achtsamkeit bedeutet für mich auch, höflich zu sein, Müll nicht auf die Straße zu werfen, nicht auf die Vorfahrt zu bestehen etc.

    Es ist noch viel Luft nach oben. 😉

    Viele Grüße,
    Frieda

    • Reply Fräulein im Glück 06/10/2014 at 20:04

      Liebe Frieda,

      in deinen Kommentaren erkenne ich mich so oft wieder. Vielen Dank, dass du hier immer wieder kommentierst, ist sehr bereichernd für mich!

      Mit Menschen „zu lassen“ sprichst du ein sehr sehr schwieriges Thema an. Ich finde das auch und ich möchte das auch, aber ich ertappe mich doch immer wieder dabei und noch öfter ertappe ich mich dabei wenn ich genau das mache, was ich bei anderen verurteile.

      Ja und zu Achtsamkeit zählt für mich auch, zu erkennen, dass es um ein Miteinander geht und nicht um ein Gegeneinander.

      Aber ich sag’s gerne immer wieder, ich setze mich mit all diesen Dingen oft und gern auseinander, versuche mich immer in neunen Wegen und merke jedes mal wie schwer es für mich ist und dass es wohl ein lebenslanges Lernen ist.

      Liebe Grüße,
      das Fräulein

  • Reply Franka 06/10/2014 at 07:17

    Wenn man von deinen vielen guten Tipps nur einen verwirklicht, ist das schon viel wert. Für mich bedeutet Achtsamkeit ‚im Augenblick leben‘, nicht schon an das nächste denken, wenn ich gerade etwas tue. Und das, was man tut – auch wenn es ’nur‘ spülen ist, wertschätzen und versuchen, es gerne zu tun.
    LG, Franka

    • Reply Fräulein im Glück 06/10/2014 at 20:07

      Liebe Franka,

      du sagst es. Ich versuche es auch schrittweise. Für mich ist es immer ein Erfolg zu bemerken, was grad wieder in meinem Hirn vorgeht während ich eigentlich versucht habe mich auf eine Sache zu konzentrieren. Vor noch einiger Zeit hätte ich nicht einmal erahnt, was alles in meinem Kopf vorgeht während ich einen einfachen Spaziergang mache.

      Die Erleuchtung ist da noch weit weg 😉

      Liebe Grüße.

  • Reply puenktchen 06/22/2014 at 07:37

    Liebes Fräulein im Glück,
    ein sehr schöner Post mit sehr wertvollen Tipps ist das. Ich glaube man sollte diese kleinen Achtsamkeitsübungen mit einen tiefen Atemzug verbinden. So lernt der Körper mit und das Gefühl der Achtsamkeit stellt sich mit der Zeit schneller ein. Da man sich ja oftmals selbst überlisten muss wird man bei jedem zufälligen tiefen Atemzug daran erinnert 🙂
    Liebe Grüße
    Ute

    • Reply Fräulein im Glück 06/24/2014 at 19:52

      Liebe Ute,
      danke für diesen guten Hinweis. „sich selbst überlisten“ ist übrigens sehr treffend formuliert.
      Du hast so viele schöne Übungen für Kinder zusammen getragen. Vielleicht darf ich da einmal etwas für meinen Blog verlinken?
      Liebe Grüße
      vom Fräulein

  • Reply Achtsamkeit – den Weg des Herzens gehen | widerstandistzweckmaessig 06/25/2014 at 04:20

    […] vom Blog wert-voll und Birgit, das Fräulein im Glück, haben den Juni nämlich zum Monat der Achtsamkeit auserkoren und es haben sich bereits einige […]

  • Reply Maria 06/25/2014 at 04:31

    Hallo Birgit!

    Ich verfolge Deine Serie zur Achtsamkeit von Anfang an und Deine Worte haben mich sehr zum Nachdenken angeregt.

    Zuletzt habe ich auch 2 Beiträge dazu geschrieben, beim letzten habe ich auch zu Deiner Aktion verlinkt.

    http://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/06/25/achtsamkeit-den-weg-des-herzens-gehen/

    lg
    Maria

    • Reply Fräulein im Glück 06/25/2014 at 20:14

      Liebe Maria,
      ich habe dich im letzten Artikel schonmal verlinkt und werde gleich bei dir nachlesen.
      Ich freu mich, dass du auch noch dabei bist. Vielen Dank!
      Liebe Grüße,
      das Fräulein

  • Reply Achtsamkeit – Monatsthema Juni | Fundstücke aus dem Internet 06/30/2014 at 04:42

    […] vom Blog wert-voll und Birgit, das Fräulein im Glück, haben den Juni zum Monat der Achtsamkeit auserkoren und es haben sich viele weitere Blogger […]

  • Reply Zukunftsmusik aus der Vergangenheit | widerstandistzweckmaessig 06/30/2014 at 04:44

    […] ist ein weiterer Beitrag von mir zum Thema Achtsamkeit. Sonja vom Blog wert-voll und Birgit, das Fräulein im Glück, haben den Juni zum Monat der Achtsamkeit auserkoren und es haben sich viele weitere Blogger […]

  • Reply Maria 06/30/2014 at 04:51

    Hallo!

    Nachdem mir das Thema sehr am Herzen liegt, habe ich noch einen weiteren Beitrag gestaltet http://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/06/30/zukunftsmusik-aus-der-vergangenheit/

    Zusätzlich habe ich eine ausführliche Linksammlung aller Teilnehmer gemacht

    https://wwwfundstuecke.wordpress.com/2014/06/30/achtsamkeit-monatsthema-juni/

    lg
    Maria

  • Reply Achtsamkeit {Monatsmotto Juni} – wertvoll 05/14/2016 at 18:18

    […] Fräulein im Glück Frau Liebevoller  Lucia Mirjam Angelika 8same Wolkenschmiede Ghislana Die Fahrradfrau   Maria Waldensteinchen   Sternenglück Jessi  Monatsmotto 24 Comments […]

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