Achtsamkeit Familie

Mehr Zeit fürs Wesentliche: die (un-)freiwillige Handydiät

01/17/2014

Derzeit bin ich ohne Telefon. Es ist defekt. Also nicht ganz ohne Telefon, ich hab ein Leihgerät, so eines, wo man eben telefonieren kann, aber sonst nicht viel. Das heiß geliebte Smartphone ist bei der Reparatur (tolle moderne Technik). Schon als ich es abgegeben habe, kam ich mir total nackt vor, ich wusste nicht mal, wie spät es ist.

Dabei kritisiere ich ja immer, dass andere dauernd reinschauen in ihr Telefon, belächle die Teenies, die in Gruppen in ihre Handys starren, und bin in Wirklichkeit auch nicht besser. Glückskind Nr. 1 fragt mich ununterbrochen nach „Utup“ und ich vermute das jüngste Glückskind würde mich ohne Handy gar nicht erkennen – irgendwoher muss das ja kommen.

Die Handyreparaturauszeit möchte ich nützen mit einer Handydiät anzufangen. Ich wollte das schon ewig, fand aber immer ausreichend Entschuldigungen das Handy nicht wegzulegen (zum Beispiel wegen der wichtigen Wetterapp oder anderer Apps).

Ich will der modernen Technik auch nicht komplett entsagen, aber vielleicht von 8 bis 20 Uhr, damit mich meine Kinder auch ohne Handy kennen.

Außerdem hab ich einen Zwang, alles gleich zu „googeln“. Wozu eigentlich? Den möchte ich auch loswerden.

Wieder mehr Realität

Seit einiger Zeit bemerke ich ein seltsames Phänomen an mir. Ich rufe Menschen nicht mehr so gerne an. Ich schreibe lieber Nachrichten. Dabei wäre es so viel einfacher mit der gewünschten Person kurz zu sprechen und persönlicher wäre es auch. Mit den Nachrichten ist es ja auch so, man bekommt eine, liest sie und antwortet dann einfach nicht. Ich denk mir: „Ach das mach ich später“, aber später kommt nicht. Schon ist die Konversation unhöflich beendet.

Deswegen nehme ich mir jetzt einfach mal vor, mein Handy nur für Anrufe zur Hand zu nehmen (geht ja derzeit eh nicht anders). Alles andere wie Nachrichten schreiben, Blogs, Zeitung und skurrile Statusmeldungen lesen, mache ich nur zu bestimmten Zeiten, damit ich mich auch nicht immer so verzettle. („Was wollte ich schnell schauen? Oh, ein Link – ooooh noch ein schöner Link – Nein! Was ist denn da noch für ein toller Link“).Von 8 bis 20 Uhr bleibt das Handy geparkt.

Vielleicht hab ich dann wieder mehr Zeit, mehr Konzentration, mehr Realität.

Denn oft sehe ich selbst die wichtigen Momente meiner Kinder nur noch durch’s Telefon.

Recht undeutlich, wie ich finde.

 KindHandy

Und deshalb:

Alles Liebe,

UnterschrifP.S.

Der Blog Hands Free Mama beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Handy weg und Hände frei für die wichtigen Dinge im Leben. Hands Free Mama macht auch gerade einen gratis Online-Workshop mit vielen Entschleunigungstipps für Eltern in der Huffington Post.

1 Comment

  • Reply Frau Laubenpieper 04/13/2017 at 10:50

    Hallo Birgit,

    gerade stolperte ich über diesen Blogpost, weil mich das Thema selbst immer und immer wieder verfolgt. Wie geht es dir denn mittlerweile mit dem Smartphone? Bist du zurück in alte Muster gefallen, oder konntest du deine Ziele umsetzen?

    Vielleicht könnte man dazu auch eine Challenge machen. Das passt sehr zur Achtsamkeit …

    Viele Grüße, Frau Laubenpieper

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