Achtsamkeit

Gelassenheit im Alltag: Probe am Servicedesk

07/01/2013

Gelassenheit als Schritt zum glücklichen Leben. Ich versuche es täglich, aber der Alltag stellt meine Versuche auf eine harte Probe.

So einfach ist es nicht! (cc)IchZeit

So einfach ist es nicht!

(cc)IchZeit

 

 

Neulich wollte ich meinen Laptop richten lassen. Der Laptop ist alt aber gut. Er hat mir gute Dienste erwiesen und nie gestreikt, aber schön langsam kommt er in die Jahre.

Meine oberste Direktive (neben anderen) lautet, nicht mehr so viel zu kaufen. Wozu wenn es noch funktioniert und auch noch sinnvoll verbessert werden kann? Auch der Laptop soll noch etwas halten, deswegen ging ich zum „Megastore“.

Dort war alles extrem trendy, cool, durchgestylt – Geräte, Türen, Tische, Mitarbeiter und Kunden. Am coolen Servicedesk wickelte ich meinen Laptop aus einem alten Handtuch und fühlte mich deutlich deplatziert. Der Servicemitarbeiter zog die Augenbrauen hoch, versprach mir aber mit einem „ich check alles Schätzchen“ im Unterton, dass er mein gutes Stück wieder runderneuern könnte.

Zu Hause stellte ich fest, dass runderneuert anders ist. So wollte ich das nicht! Nach zwanzig Minuten in der Warteschleife erfuhr ich vom deutlich genervten Servicemitarbeiter, dass mein Laptop zu alt für das neue Betriebssystem wäre. Hatte er offenbar vergessen zu erwähnen. Er habe mir gar nichts zugesagt, ich könne ja installieren, was ich möchte, er könne es mir nur nicht empfehlen.

Ich wurde wütend. Ich atmete durch. Verdammt nochmal! Wie war das mit der Gelassenheit? Ich atmete noch einmal durch, dachte an das Dalai Lama Zitat:

“Be kind whenever possible. It is always possible”.

Pfffffffffff! Ich dachte mir zahlreiche Schimpfwörter, bedankte mich und legte auf.

Keine Frage, ich ärgerte mich grün und blau. Gerade hatte ich in das alte Teil mehrere hundert Euro gesteckt, aber eine Verwendung war nicht möglich, weil ich dazu das neueste Betriebssystem benötige. Ich verspürte das Bedürfnis das Notebook zu nehmen, noch einmal zum Servicedesk zu fahren und es dort einer neuen Bestimmung zuzuführen.

Ich atmete durch, lies meinen Plan fallen und fing ich an das Internet nach „do it yourself“-Tipps zu durchsuchen, ich schrieb in Foren und bekam viele nette und hilfreiche Antworten.

Übrigens der Laptop ist inzwischen wieder betriebsbereit und am neuesten Stand.

Gelernt habe ich auch etwas. Gelassen bleiben ist manchmal nicht leicht, aber es geht.

Ich bin immer noch dafür.

Und noch etwas: Dinge selbst zu reparieren, macht wahnsinnig zufrieden.

2 Comments

  • Reply Maja 07/01/2013 at 13:31

    … wie wahr 🙂

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