Achtsamkeit

Entspann dich, du bist angekommen – Achtsamkeitsübung für Eltern

06/20/2017

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Als Eltern sind wir ständig so voller Erwartungen. Dieses ewige Warten bis die Kinder endlich größer sind. Wann ist die anstrengende erste Zeit vorbei? Wann schlafen sie endlich durch? Wann können sie endlich sitzen, wann essen sie endlich ohne, dass sie so eine Sauerei machen? Und wann kann ich endlich wieder Me-Time genießen? Ständig hoffen wir, dass sich an dem jetzigen Zustand irgendetwas ändert. Wäre er doch nur anders, besser und wir sind uns sicher, ja in der Zukunft wir es besser, einfacher, entspannter sein. Dann haben wir endlich Zeit, Zeit? Für was eigentlich.

Wenn sie auf einmal selbstständig werden

Bei unserem Kurztripp auf Sylt haben wir die neuen Kinderduschen „2 in 1 Shower & Shapoo“ von Weleda ausprobiert. Sie tragen das Nature-Qualitätssiegel für zertifizierte Naturkosmetik, sind frei von synthetischen Duft-, Farb-, und Konservierungsstoffen sowie sehr schonend und sanft zur Haut. Weleda hat die Duschen mit der Idee im Hinterkopf entwickelt, dass wenn die Babyzeit einmal vorbei ist, die Kids selbst mitbestimmen wollen und das überall, auch bei der Körperpflege. Dafür haben sie drei verschiedene Duschgelvarianten (spritzige Limette, süße Vanille & fruchtige Orange) entwickelt und die Duschgelverpackungen bewusst geschlechtneutral gestaltet (was ich extrem super finde, Superman und Hulk gehen mir schon sowas von auf die Nerven), das soll den Kindern die Möglichkeit geben, wirklich nach Düften und Vorlieben zu entscheiden. Gesagt getan, ich habe es mit den Kindern gleich getestet und siehe da, nach gefühlten 2 Sekunden, hatte sich jedes Kind für eine Dusche entschieden, sich komplett eingeseift (Augen haben nicht gebrannt), nicht gerade sparsam (es reicht eigentlich ganz wenig) und sie amüsierten sich in der großen Hotelbadewanne (wir haben daheim nur eine Minidusche). Duschten sich selbstständig ab und die Mama war vergessen.

Und jetzt war dieser Moment da, dieses „endlich sind sie so weit“ und ich schwankte zwischen Glückseligkeit und Trauer. Die verrückt gegensätzlichen Gefühle des Elternseins. Aber war das jetzt einer dieser Momente worauf ich hingearbeitet hatte?

Die Zukunft ist nicht die Realität

Wir arbeiten so zielstrebig hin auf unsere Zukunft und übersehen dabei, dass sie nicht die Realität ist. Sie existiert nicht, noch nicht, und so wie wir sie im Kopf haben, wird sie nie existieren. Alles was zählt ist jetzt.

Ich hatte also in diesem Hotelbadezimmer nichts mehr zu tun, als meine zwei Kinder zu beobachten. Eben noch so klein und jetzt schon so groß.

Und in diesem Moment fiel mit eine kleine Achtsamkeitsübung von Rick Hanson ein. Und ich fand sie so passend und eigentlich ist sie immer passend, wir haben nur keine Zeit dafür:

Entspann dich, du bist angekommen („Relax, you’ve arrived“)

Mit dem ewigen Streben danach, was wir in der Zukunft nicht alles erreichen können, übersehen wir den Moment und nicht nur das, wir übersehen, dass der Moment genauso gut ist wie er ist. Das noch nicht gehen können, das noch nicht essen können. Alle diese Augenblicke mit unseren Kindern sind perfekt auf ihre Art. Unsere Kinder sind in jeder Entwicklungsstufe perfekt auf ihre Art. Auch wenn sie manchmal mehr, manchmal weniger von uns fordern.

Und dieses ewige unseren Wunschvorstellungen hinterher rennen ist so anstrengend, das ewige Habenwollen, unsere Kinder nach unseren Erwartungen formen wollen ist so energieraubend. Hören wir einen Moment auf damit:

Es gibt nichts zu tun, nichts zu erreichen

„Entspann dich, du bist angekommen“ dieses Gefühl, diese kleine Achtsamkeitsübung, kannst du jeden Moment haben oder machen.

Nimm dir einen Moment Zeit. Schau in dich hinein und nimm wahr, dass du angekommen bist, hier an dem Ort an dem du dich befindest, in diesem Moment. Spüre nach, wie angenehm es ist, wenn es nichts mehr zu tun gibt, kein Ziel, das du noch erreichen musst.

Alles was gerade ist, ist genauso gut.

Vielleicht ist nicht alles perfekt, aber schau doch wie viel du schon geleistet hast, wie gut du dieses Kind/diese Kinder bisher versorgt hast, wie weit sie schon sind, vielleicht wie selbstständig für ihr Alter. Du hast viele Probleme schon gelöst und viele schwierige Herausforderungen mit und ohne deinen Kinder gemeistert.

Spürst du vielleicht ein Gefühl der Erleichterung? Ein Gefühl der Zufriedenheit? Wenn es sich für dich gut anfühlt, kannst du leise für dich wiederholen. „Ich bin angekommen, ich bin angekommen.“

Das Schöne ist, wenn es nichts zu erreichen gibt, hat man auf einmal jede Menge Energie frei, um sich wieder anderen Dingen zu widmen, anderen Menschen, vielleicht mehr unseren Kindern oder uns selbst.

Je nach dem, was genau für uns richtig ist. In diesem einzigen Moment der existiert.

Jetzt.

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9 Comments

  • Reply Jeannine 06/22/2017 at 18:47

    Voll schön umgesetzt liebe Birgit, tolle Fotos und „Entspann dich, du bist angekommen“ kann ich wirklich gut gebrauchen. Danke dir dafür!

    • Reply Birgit 07/02/2017 at 20:30

      Danke schömn du liebe :-*

  • Reply Anja 06/22/2017 at 19:47

    „Je nach dem, was genau für uns richtig ist. In diesem einzigen Moment der existiert. Jetzt.“ Damit hast du es wirklich gut getroffen… und ich merke gerade, dass ich eigentlich eine sehr achtsame Person bin… denn genau darauf konzentriere ich mich auch…. Ich denke mir so oft…. nicht denken, was noch alles zu tun ist, irgendjemand erwarten könnte… oder so. Geniesse das JETZT, den Moment mit deinen Kindern… Lass das andere los. Ja, das ist so wichtig. Danke.

  • Reply Shrimpmama von shrimpskrams 06/28/2017 at 09:04

    Ja. Ein schöner Aufruf. Ich finde das im Hier und Jetzt Leben ist einer der wichtigsten Sachen die man von Kindern oder auch Haustieren lernen kann.

  • Reply Verena 06/28/2017 at 09:29

    Das hast du schön geschrieben! Ich versuche auch täglich ein paar wirklich bewusste Minuten voller Achtsamkeit einzubauen und dabei fällt mir auf, wie unachtsam man tagsüber oft ist. Wieviele Dinge man im Kopf hat und wie wenig Zeit man sich nimmt um sich einfach mal entspannt zurückzulehnen und zu genießen. Toller Beitrag! ❤️

  • Reply Christina Danner 06/28/2017 at 10:51

    sehr schöner Text! Danke dafür…Achtsamkeit und Gelassenheit sind bei mir auch durchaus noch ausbaufähig…:-)

  • Reply Manu 06/29/2017 at 14:44

    So ein schöner Text! Berührt mich sehr. Auch deshalb, weil ich viel mehr und bewusster im Jetzt bin, seit mir vor Augen geführt wurde, wie schnell sich Dinge ändern können. Dieses ewige Streben nach ist schon ok, aber auch die Zufriedenheit im Jetzt ist wichtig und schön. Die Übung ist eine tolle Inspiration. Und die Duschgels haben wir auch. Sogar ich verwende die. Herrlich für meine Locken!

  • Reply Sabrina 08/11/2017 at 10:25

    Ach, so schön und inspirierend! DU bist eine Achtsamkeitsmeisterin, vielen Dank dafür.

  • Reply Warum die Trotzphase so wichtig ist & ein Buchtipp, um sie gut zu überstehen: "Die Trotzphase ist kein Ponyhof" - Fräulein im Glück 08/27/2017 at 16:05

    […] Natürlich hilft einem dieses Wissen als Mutter oder Vater nicht immer, wenn man mitten in einem Wutausbruch steht, aber wenn ich all die Trotzanfälle (die der Kinder & meine) noch einmal durchdenke, dann merke ich, ich habe über meine eigene Gefühlswelt so viel dazu gelernt und sehe jetzt rückblickend, auch wie viel ich schon geleistet habe. […]

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