Adventkalender

Adventskalender – Türchen 8: Kurze Auszeiten nehmen

12/08/2014

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Viele Blogger*innen kenne ich nicht persönlich, aber Stadtmama Judith kenne ich. Sie lässt sich leicht begeistern, ähnlich wie ich und das finde ich  großartig, aber schnell sieht man sich vor lauter Verpflichtungen und Projekten nicht mehr hinaus und eines fehlt immer: Zeit. Und darum geht es im heutigen Adventskalender – Beitrag.

Danke Judith!

Von der Zeit

Als Mutter von zwei Kindern habe ich wenig Zeit. Dabei ist das mit der Zeit so eine Sache, man muss sie sich nehmen, wenn man sie wirklich will.

Kinder verändern das Zeit-Verhältnis

Bevor ich Kinder hatte – und das wird einem eigentlich erst danach bewusst – hatte ich unendlich viel Zeit für mich und für meine Partnerschaft. Selbst wenn ich viel gearbeitet habe, ich hatte die Zeit am Abend nur für mich oder uns übrig. Ich habe viel gelesen, war im Kino, beim Sport oder im Theater. Oder wir sind einfach zu zweit kuschelnd auf der Couch gelegen.

„Ein Kind ist kein Kind“

Und dann kam unser kleines Fräulein und brachte alles durcheinander. Im positiven Sinn. Denn Durcheinander ist ja nicht immer schlecht. Aber mit einem Kind bleibt in Sachen Partnerschaft und Zeit kein Stein auf dem anderen. Immerhin hatten wie nach ein paar Monaten trotzdem wieder Zeit für viele unserer Hobbys. Ein wenig müder waren wir vielleicht als früher. Aber „ein Kind ist kein Kind“, würde ich jetzt sagen. Mit einem Kind lässt es sich irgendwann wieder entspannen.

Zwei Kinder sind …

Und dann? Dann kam das ganz kleine Fräulein zu uns. Und plötzlich wurde alle Energie, die wir noch irgendwie übrig hatten, von einem neuen Baby abgesaugt. Fast kein „Wir“ oder „Ich“ mehr. Das ging natürlich oft schief. Das ist kein Geheimnis. Es gibt ja sogar viele wissenschaftliche Studien zu dem Thema. Kinder stellen nun mal eine Beziehung auf die Probe. Bei uns war in den letzten sechs Monaten alles etwas durcheinander, gehetzt und völlig chaotisch. Oft erkannte ich mich kaum wieder zwischen Verzweiflung und Gefühlsausbrüchen. Im Nachhinein gesehen würde ich sagen, es lag neben meinem durchs Stillen völlig durcheinandergeratenen Hormonhaushalt und der totalen Übermüdung auch daran, dass wir uns einfach keine Zeit nahmen.

Wir nicht für uns und ich nicht für mich.

Weil Kinder einfach bedingungslos nehmen und nehmen und nehmen. Und auch wenn sie einem unglaublich viel geben, es ist manchmal einfach nicht das, was man wirklich braucht, um wieder zu sich zurückzufinden.

Kurze Auszeiten nehmen

Nein, ich habe kein Patentrezept, keine absolute Lösung. Aber ich habe mir vorgenommen, mir ein bisschen mehr Zeit zu nehmen, um mich zu erholen. Kurze Auszeiten auch mal ohne Mann und Kind. Adventbasteln mit Freundinnen, meine Sportstunden jeden Montagabend oder einfach mal NICHTS TUN. Meine persönliche Schwäche ist es leider, jede frei gewordene Minute mit neuen Aufgaben zuzuschaufeln. Ich sehe in jeder Ecke neue Möglichkeiten und Herausforderungen. Aber manchmal schaffe ich es mittlerweile auch, wegzuschauen und stattdessen einfach einmal nichts zu tun. Und danach bin ich wieder bereit, mehr zu geben.

Ich glaube, als Mutter gibt man oft sowieso mehr als man nimmt. Eher muss man sich schon zwingen, nicht auf sich selbst zu vergessen. Gerade vor Weihnachten, wenn man es allen recht machen will, das Fest perfekt sein soll. Alle Wünsche wollen erfüllt werden. Aber ganz ehrlich: Ich kann mir (fast) alles kaufen, was ich mir an käuflichen Dingen wünsche. Was ich aber wirklich möchte, ist (und da wären wir wieder) Zeit! Wenn also jemand noch ein Weihnachtsgeschenk für mich sucht: ein Zehnerblock Zeit wäre gut!

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Mehr Oooohm für die Weihnachtszeit

Ich werde wohl fortfahren mit dem, was ich tue. Nämlich meinen Kindern geben, was sie brauchen und noch mehr. Aber ich werde mir selbst einiges bewusster machen und versuchen, meine verfügbare Zeit in Qualitätszeit umzuwandeln. Gerade vor Weihnachten, wo alle Welt durch eine Wolke von Weihnachtsliedern und Keksduft hetzt, kann man eine Extraportion „OOOOOOOOOOHM“ alias „die Ruhe weg“ sicher gut gebrauchen.
In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne und entspannte Weihnachtszeit!

Lasst euch nicht hetzten!

  • trix 12/08/2014 at 07:52

    Ich musste gerade spontan dran denken, dass unsere Beziehung erst auf die Probe gestellt wurde, ALS wieder Zeit da war und niemand mein So-Sein anderweitig ausgesaugt und abgezwackt hat. Also bitte tatsächlich schon vorher beginnen mit dem persönlichen Zeitfenster für sich selbst. 🙂 lg

    • Fräulein im Glück 12/08/2014 at 14:52

      Ich habe interessanter Weise gestern gerade etwas in einem Buch darüber gelesen, nämlich dass sowohl Kinder bekommen als auch Kinder gehen aus dem Haus, Zeitpunkte sind, wo es in der Partnerschaft schwierig ist. Weil man dann eben sieht, was von der Partnerschaft noch übrig ist, wenn die Kinder den Blick nicht mehr verstellen. Ich vergesse auch immer wieder, dass die Partnerschaft eigentlich an erster Stelle stehen sollte, denn ohne Partnerschaft wird’s schwer. Der Artikel ist eine gute Erinnerung. Danke!

      lg Birgit

  • Petra 12/08/2014 at 09:20

    Hallo, einfach sehr schön und treffend geschrieben! Es brschreibt genau meine Zeit (-; mit unseren zwei Kindern. Vielen dank, und ich wünsche dir ein wenig mehr Zeit in der Weihnachtszeit!

    • Fräulein im Glück 12/08/2014 at 14:53

      Ja bei mir ist es ähnlich, ich denke mit kleinen Kindern geht es vielen gleich und das ist auch einmal gut zu wissen.

      Liebe Grüße,

      Birgit

  • Andrea 12/08/2014 at 09:35

    Meine Monster sind inzwischen so groß, um nicht zu sagen erwachsen, das ich mich erst wieder an den Zustand des Zeithabens gewöhnen musste. Plötzlich keine Zeitsauger um sich zu haben, kann eine Herausforderung sein. Ich hätte mich wohl schon bei den Kleinmonsters daran gewöhnen sollen, mehr an mich zu denken.
    Einen schönen Advent noch und denkt öfter mal an Euch selbst,
    Andrea

    • Fräulein im Glück 12/08/2014 at 14:54

      Liebe Andrea,

      ich freu mich schon auf den Moment, wenn ich wieder mehr Zeit für mich habe, ich muss mich aber oft erinnern, dass “es eh nur eine Phase” ist und meine zwei schneller groß werden, als man sich vorstellt.

      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Dina 12/12/2014 at 08:54

    „Ein Kind ist kein Kind“ – Oh je. Dabei hätten wir so gern noch ein Zweites. Gibt es nicht irgendwann auch so einen Punkt, an dem die Kinder spielen (nicht nur streiten), oder erinnere ich mich da falsch an meine eigene Kindheit?