Minimalismus Weniger ist mehr

Weniger Kindersachen – aber wie? {Weniger ist mehr im Kinderzimmer #1}

04/15/2014

Spielzeug (1 von 1)_bearbeitet

Es geht los. Ich möchte weniger Zeug. Gründe gibt es genug.

Der Fernseher musste schon letztes Wochenende dran glauben, einiges andere ist schon länger in den Keller gewandert. (Vermisse ich es nicht, kommt es ganz weg.) Wobei ich nicht in einer leeren Wohnung sitzen will. Ich will es gemütlich, aber einfach.

Zuviel Zeug ist nicht gemütlich. Es ist mühsam. Mühsam den Überblick zu behalten, mühsam aufzuräumen, es ist sogar mühsam, das alles überhaupt erst anzuschaffen, aber da wären wir wieder bei den Gründen.

Weniger ist mehr im Kinderzimmer.

In Glückskinds ersten drei Jahren haben wir so viel Zeug angesammelt, dass ich damit ein Zimmer füllen kann. Das heißt, wenn er 6 ist, dann brauchen wir zwei Zimmer – mit zwei Kindern dann 4 Zimmer oder wie?

Darauf hab ich keine Lust.

Im Kinderzimmer reduzieren?

Wie klappt es, dass wieder mehr Platz im (Klein-)Kinderzimmer ist? Gemeinsam mit Nina von MinimalismusFamilie habe ich ein paar praktische Tipps gesammelt, wie Reduzieren mit Familie besser klappt und aus weniger mehr wird.

  1. Nur noch das anschaffen, was man wirklich braucht. 
Ist zumindest für mich gar nicht leicht. Besonders bei Schnäppchen, bin war ich schnell verführt. Dabei ziehen die Kids immer nur die fünf Lieblingssachen an. Bei Spielzeug ist es ähnlich, das meiste landet schnell in der Ecke. 
Also, vor jedem Kauf noch einmal das Gewissen prüfen oder den Kauf noch ein paar Tage hinausschieben und damit überdenken.
  2. Nur noch an Feiertagen etwas schenken und dann wirklich etwas, das sich das Kind auch wünscht. Besser wenige Geschenke und einen wirklichen Herzenswunsch erfüllen, als die Massen, die vor allem die Kleinen gar nicht bewältigen können.
  3. Bei mehreren Kindern: „Gemeinschaftsgut“ anschaffen. Brauchen wir wirklich zwei identische Ritterburgen? Oder vier Bälle? Gibt’s nur noch eines, dann wird entweder gemeinsam gespielt oder gewartet. Strapaziert zwar mehr die Nerven der Eltern, aber dafür gibt’s Lektionen fürs Leben.
  4. Und noch mal: Eines genügt. Ich sehe im Spielzeuggeschäft eigentlich nie braune Knetmasse, warum nicht? Man bekommt sie am Ende sowieso. Warum nicht nur eine Farbe hergeben, dann bleibt blau wenigstens blau und wird nicht zur braunen unkenntlichen Masse. Brauchen Kinder das 36er Buntstift-Set oder genügen auch weniger Farben?
  5. Spielzeug, das immer zur Verfügung steht, ist nach kurzer Zeit nicht mehr interessant. Immer nur ein paar Dinge zugänglich machen, dafür immer wieder austauschen. Sachen, die wir gar vierfach haben oder die nicht verwendet werden, verstecke ich und wenn es nicht auffällt, kommen sie irgendwann weg.
  6. Alltagsgegenstände sind das beste Spielzeug. Bei uns sehr beliebt: Geschirr oder das Sofa (war schon Burg, Schiff, Meer, Rutsche, Trampolin, Höhle und ich musste gar nichts tun, höchsten das Feld räumen)
  7. Weniger drinnen, mehr draußen. Am wenigsten braucht man, wenn man viel draußen ist. Wie heißt der Spruch? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung.

So das war’s für’s Erste. Habt ihr noch weitere Ideen?

Alles Liebe,

Unterschrift

PS

In nächster Zeit findet ihr bei mir am Blog und bei MinimalismusFamilie weitere Beiträge zum Thema „Weniger ist mehr im Kinderzimmer“.

11 Comments

  • Reply Maria 04/15/2014 at 06:50

    Mit dem heutigen Wissen würde ich ganz viel anders machen bei meinen Kindern bzw. den vielen Spielsachen, die sie hatten.

    Vor allem aber bei der Bekleidung würde ich sehr viel ändern, es ist nämlich wirklich viel weniger nötig, als man denkt.

    Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt!

    lg
    Maria

  • Reply Minimalismus im Kinderzimmer | MinimalismusFamilie 04/15/2014 at 11:38

    […] geht’s auch gleich zum Fräulein mit dem ersten Beitrag. Euch viel […]

  • Reply Stilmom 04/15/2014 at 18:53

    Das sind wirklich gute Gedankenansätze! Ich denke auch so oft, daß wir einfach zu viel Zeug haben. Viel zu viel. Und immer wird neues obendrauf gekauft. avon weg zu kommen ist aber gar nicht so leicht. Ich tu mich manchmal noch schwer damit.
    Ich bleibe weiter am Ball und freue mich auf noch mehr Ideen!
    Viele Grüße,
    Nadine

    • Reply Fräulein im Glück 04/16/2014 at 19:16

      Liebe Nadine,

      danke. Ist für mich auch nicht leicht, liest sich vielleicht nur so Ich versuche immer einen Schritt nach dem anderen und trotzdem ist alles immer noch zuviel, selbst das Reduzieren selbst – wo anfangen? egal ob Zeug, Aktivitäten oder Bloggen 😉
      Denke es dauert einfach seine Zeit, wenn man es Jahrelang nicht andere kennt, ich gebe jedenfalls nicht so schnell auf 🙂
      Liebe Grüße,
      das Fräulein

  • Reply Nina 04/15/2014 at 19:06

    Schöner Beitrag ist es geworden! Glückwunsch.
    Ich habe auch auf dich verlinkt.
    http://minimalismusfamilie.wordpress.com/2014/04/15/minimalismus-im-kinderzimmer/
    Freu mich auf die weiteren Beiträge!
    Liebsten Gruß
    Nina

    • Reply Fräulein im Glück 04/16/2014 at 19:17

      Freu mich auch Nina, vielen Dank für die tollen Ideen.
      Alles Liebe,
      das Fräulein

  • Reply rage 04/15/2014 at 19:19

    Oh ja! Das Kinderzimmer. Bei uns wird es derzeit noch nur als Schlafzimmer mit WickelKommode genutzt. Der meiste SpielKram befindet sich in unserem WohnZimmer. Seitdem bei uns das Reduzieren Einzug gehalten hat, wird auch das Spielzeug verschärft unter die Lupe genommen.
    Finde deine Ideen alle sehr gut und stelle fest: Läuft hier auch so.
    1. Viel draußen.
    2. Alltagsgegenstände. Besen, Gießkannen oder meine Töpfe werden hier aktuell mehr bespielt als die SchleichTiere.
    3. Kaum PlastikZeug.
    4. Auf Qualität achten.
    5. Thematische Kisten (BauKlötze, Eisenbahn, KasperTheater, Küche, TierKiste, …)
    6. Weniger ist mehr im BuchRegal. (Ich wechsel die Bücher alle zwei Wochen. Die Kerle bringen eh immer mal wieder zusätzlich aus ihrem Zimmer nach unten. Ich versuch es dennoch auf fünf Bücher zu begrenzen. Durchs Ausleihen in der Bücherei haben wir diese ‚Schwierigkeit‘ ganz gut in den Griff bekommen. Zumindest bzgl Bücher, Spiele und Puzzle.)
    7. SchatzKiste für jeden von ihnen. (Kinder müssen – glaub ich – sammeln dürfen. Steine, KlebeBilder von Freunden, TannenZapfen oder GummiTierchen vom ZahnArzt. Mein Bauch sagt mir, das ist wichtig. Ich kann’s nur leider nicht gut begründen.)

    Am Schwierigsten ist das Beschenken von Verwandten, Freunden, Nachbarn… Da übe ich noch die richtige Herangehensweise. Momentan sind klare, aber freundliche Ansagen oder Wünsche die beste Lösung.

    Aber die nächsten Tage oder Wochen wird’s bestimmt auch einen Einblick in unsere beiden SpielZonen geben. Danke für deine Gedanken. ich find’s toll, mit diesen Dingen, die einem durch den Kopf gehen nicht allein dazustehen.

    • Reply Fräulein im Glück 04/16/2014 at 19:21

      Liebe rage,
      wie immer ein interessanter Beitrag von dir.
      Ja sammeln ist hier auch wichtig und lass ich auch. Es geht mir wirklich nur um die Dinge die dann nicht mehr genutzt werden oder die wir doppelt oder dreifach haben. Das mit dem Wechsel der Sachen hab ich aus unserem Kindergarten. Die wechseln dort auch die Bücher thematisch. Wozu immer die Weihnachtsbücher im Regal stehen haben? Zu Ostern? Außerdem lesen wir über Wochen immer das gleiche Buch 😉
      Das mit der lieben Verwandtschaft wird auch ein Beitrag werden. Nina (MinimalismusFamilie) hat da ein paar gute Ideen. Wird nächste Woche kommen.
      Freu mich (wie immer) auf deine Sicht auf die Sache!
      Alles Liebe,
      das Fräulein

  • Reply Marlene 04/27/2014 at 18:36

    Danke für den tollen Artikel – je nach Alter der Kinder stellen sich noch mal andere Fragen. Rages thematische Kisten inkl. Schatzkiste finde ich gut. Wechseln / zeitweises Verstecken von Spielsachen finde ich auch gut. Und das gemeinsame „Weggeben“ an andere Kinder oder den Second Hand ist sowieso eine klasse und lehrreiche Idee! Eigentlich müsste man die Menge der Spielsachen bzw. dauernden Geschenke schon deshalb reduzieren, um nicht dieses Konsum-Wegwerf-Mentalität zu vermitteln. Und was kaputt geht, sollte wenn möglich repariert werden müssen…
    Liebe Grüsse,
    Marlene

    • Reply Fräulein im Glück 04/27/2014 at 20:29

      Liebe Marlene,
      du sprichst etwas sehr wichtiges an. Wir leben es den Kindern vor. Wenn sie bei uns einen sorglosen und respektlosen Umgang mit Dingen sehen, wirkt das irgendwann nach. Ist aber nicht immer leicht. Ich musste 30+ werden, um meinen täglich gewohnte Wegwerfroutine neu zu überdenken. Und Überdenken ist das eine, umsetzen das andere.

  • Reply Gastbeitrag: Geschenkeflut vermeiden {weniger ist mehr im Kinderzimmer #3} - Fräulein im Glück 01/07/2016 at 15:52

    […] Weniger ist mehr im Kinderzimmer, da bin ich mir inzwischen sicher. Ich hab für mich einen guten Umgang mit den vielen (Kinder-)sachen gefunden. Und jetzt? Ja jetzt gibt es immer noch die anderen. Die Verwandten und Bekannten, die es wirklich gut meinen, aber trotzdem viele Geschenke bringen, die schnell ungenutzt herumliegen. Nina von MinimalismusFamilie hat in einem ausführlichen Beitrag ihre Vorschläge im Umgang mit Geschenken zusammengefasst und ich darf den Beitrag hier noch einmal als Gastbeitrag bringen.  […]

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