Familie

Warum ist Muttersein nicht genug?

05/03/2014

Mamasein (1 von 1)klein

Ich habe zwei kleine Kinder und ich liebe bloggen, außerdem finde ich meine Entrümpelideen super und ich versuche mich wahnsinnig gerne als Gärtnerin und fotografieren möchte ich lernen und und und.

Anscheinend reicht mir das Muttersein nicht und ich glaube nicht nur mir. 

Es kommt mir vor, dass jede Mutter heute irgendwie noch etwas nebenbei machen MUSS. Sowieso gleich wieder arbeiten, oder zumindest ein Buch schreiben, ein Haus bauen, zwanzig Kurse machen, zehn Taschen nähen oder eben bloggen.

Ich ja auch (also eigentlich ich an vorderster Front). Ich schreibe ja auch diesen Blog. Zu sagen ich mach’s nur für mich, einfach so, wäre gelogen. Ich will auch dass ihn wer liest, will damit ja auch etwas erreichen, weil das Mamasein alleine eben nicht genügt.

Wieso eigentlich nicht?

In einem Artikel über die App Happify stand, dass Mütter, die zu hause sind, zu den Hauptnutzern der App gehören, weil’s die quasi am nötigsten haben, also die Unglücklichsten überhaupt sind (the most unhappy group).

 Versteh ich nicht. Glück und Zufriedenheit erreicht man, indem man das Leben mit Sinn füllt, dem Leben Bedeutung gibt. Und wenn Kinder kriegen und aufziehen nicht was Sinnvolles ist, dann weiß ich nicht.

Trotzdem, ich kann es mir tausendmal vorsagen: Genieß doch das Mamasein, die Kinder werden doch so schnell groß. Heute ist das Glückskind noch drei und morgen schon ausgezogen. Wieso also noch zehn andere Sachen machen?

Aber es geht nicht.

Irgendwie kommt es nicht an. Also in meinem Hirn vielleicht schon, aber nicht in meinem Bauch.

Am Ende bin ich überfordert und kann gar nichts mehr genießen

Dass es mir nicht allein so geht, dass sich auch andere viel aufladen, les’ ich immer wieder. Die kleine Botin hat gestern geschrieben: „Perfektionismus hintanstellen. Zeit einfach Zeit sein lassen. Sich selber hören..“

Oder Sonja, sie schreibt sogar, dass sie „das Gefühl habe, keine Luft mehr zu bekommen..“ Dabei beschäftigt sie sich auch mit dem „Weniger“.

Warum machen wir (Mütter) das? Warum erwarten wir so viel von uns selbst? Oder sind es andere, die das von uns (Müttern) erwarten? Warum ist Mamasein nicht genug?

 Warum muss es immer mehr sein?

Versteht mich bitte nicht falsch, ich propagiere hier nicht „zurück an den Herd“, nur noch im Mamasein voll aufgehen. Ich möchte auf meine Projekte nicht verzichten, ich finde gut, wenn man wieder arbeiten geht. Aber ich möchte, nein, ich MUSS eine Möglichkeit finden ganz bei meinen Kindern zu sein, also so richtig, nicht nur körperlich. Ich will auch mit dem Kopf da sein und nicht dauernd an das denken, was ich noch alles machen muss oder sollte oder möchte.

Nur dann kann ich richtig Mama sein.

Wenn ich das schaffe, kann ich vielleicht ohne schlechtes Gewissen auch Bloggerin sein oder Gärtnerin oder Entrümplerin oder was auch immer.

Wie komme ich da hin?

In den nächsten Wochen werde ich

  • mich besser organisieren. Nicht um mehr zu schaffen, sondern um besser zu sehen, was wichtig ist und was nicht. Was kann ich weglassen, reduzieren, um mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
  • runter kommen, von dem Gedanken alles auf einmal machen zu müssen. Ich werde wieder bewusst versuchen achtsamer zu sein, das heißt im Hier und Jetzt zu sein. Wenn ich mit meinen Kindern bin, bin ich mit meinen Kindern. gärtnere ich, dann gärtnere ich. Damit das leichter wird, möchte ich wieder mehr meditieren (erstmal 5 Minuten am Tag, sonst ist das auch wieder Stress).
  • auf mich schauen. Schlaf ich genug, ess genug? Habe ich zu hohe Erwartungen an meine Mutterrolle? Kann ich die Kinder auch mal Kinder sein lassen?

Mal sehen, wie das dann klappt.

Habt ihr noch Ideen?

Macht ihr mit beim bewusst Mamasein?

Ich werde berichten, wie es weiter geht und würde mich freuen eure Erfahrungen zu hören.

Alles Liebe

vom Fräulein

15 Comments

  • Reply Frau L. 05/03/2014 at 20:16

    Gute Frage – Viele Dinge, die mit dem Muttersein zu tun haben, gehören nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen; damit meine ich nicht einmal das Windeln, sondern eher das ständige Aufräumen, Wischen, und Aufpassen, dass nix schlimmes passiert, wenn die Kleine sich die Hände wäscht. Manchmal habe ich diesen typischen Gedanken ‚dafuer habe ich aber nicht so viel gelernt / lange studiert / hart im Job gearbeitet‘. Wie Dir möchte ich auch noch andere Dinge machen, weiter lernen, mich mit anderen austauschen, etc. Ich glaube, das ist ganz normal und auch ok so.

    Zur gedanklichen Wanderschaft, wenn man eigentlich gerade Mutter ist – die ‚monkey mind‘ kenne ich nur zu gut und ich glaube, es ist echt ein lebenslanger Prozess, sie in die Schranken zu weisen. Immerhin ertappst Du die Gedanken schon.

    Ich muss mich auch oft daran hindern, innerlich die To Do Liste durchzugehen, während ich meiner Tochter beim Rutschen zuschaue. Mittlerweile habe ich immer ein Notizbuch dabei, um mir To Do’s aber auch Gedanken und Ideen kurz aufzuschreiben; so vermindere ich zumindest die Zeit, Dich mit Planen etc beschäftigt bin, weil ich weiss, dass dieses Ding schon auf der Zu Erledigen Liste steht.

    Mini-Meditationen (z.B. das ersten Glas Wasser am Morgen, die Tasse Tee am Nachmittag ganz bewusst trinken) helfen mir auch, insgesamt achtsamer zu sein. Hut ab für die 5-Minuten-Meditation, ich glaube, dass ich eine gute – machbare – Länge.

    In den Momenten, in denen ich ungeduldig werde, hilft es mir, mir in Erinnerung zu rufen, dass ich immer wieder höre, dass ich diese Zeit geniessen soll, da die Kinder so schnell groß werden.

    Bin gespannt, was Du berichten wirst, und nicht vergessen, gnädig mit Dir zu sein, wie Sonja schreibt.

    • Reply Fräulein im Glück 05/04/2014 at 20:22

      Oh diese Gedanken hab ich auch oft. Vielleicht gehört zum loslassen einfach auch zu akzeptieren, dass man sich das Muttersein vielleicht anders vorgestellt hat, dass man einen Ausgleich braucht, damit man die schwierigen Seiten des Mamaseins gut aushalten kann.

      Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

  • Reply Maria 05/04/2014 at 08:13

    Ich denke Menschen sind so ander anders. Mir war es auch zu wenig nur in die Schule zu gehen und jede Arbeit war mir zu wenig und ich habe mich noch für ganz andere Dinge interessiert.

    Es gibt einfach Menschen, die sich für mehr als das begeistern, was sie gerade tun. Ich glaube das ist normal so und nicht „behandlungsbedürftig“

    Genieße es ein reiches Leben zu haben, warum willst Du Dich einschränken? Du bist keine schlechtere Mutter, wenn Du noch andere Interessen neben Deinen Kindern hast. Im Gegenteil – Deine Kinder werden davon profitieren und selbst die Fülle des Lebens durch Dich kennen lernen.

    lg
    Maria

    • Reply Fräulein im Glück 05/04/2014 at 20:24

      Liebe Maria,

      was du schreibst ist sehr schön und bestärkt mich sehr.

      Vielen Dank!

  • Reply Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) 05/04/2014 at 12:06

    „Aber ich möchte, nein, ich MUSS eine Möglichkeit finden ganz bei meinen Kindern zu sein, also so richtig, nicht nur körperlich“
    Weshalb MUSST Du so eine Möglichkeit finden?
    Wir sind schlicht und einfach nicht dafür gemacht.
    Schon nur die Tatsache, dass sich eine Person exklusiv um ein oder zwei Kinder kümmert, ist eine historische und geografische Ausnahmeerscheinung.
    Und Kinder brauchen niemanden, der sie 24/24 betütelt, im Gegenteil! In Ruhe lassen aber für sei da sein, wenn sie nach einem fragen und einem brauchen. Dann ist man die beste Mutter.

    • Reply Fräulein im Glück 05/04/2014 at 20:16

      Liebe Katharina,
      du hast recht, ich hasse das Mikrofamiliensystem, ist sicher eine der Ursachen warum Mütter sich zu der „most umhappy group“ zählen und oft am Rande des burn out dahin schrammen. (ich versuche dem zu entkommen indem ich regelmäßig bei Oma abhänge)
      Aber ich meinte eigentlich nicht dass ich meine Kinder“betüteln“ will, ich glaube, dass ich das nicht tue, ich bin sicher keine Helicoptermum. ich poche sogar sehr, auch in meinem Interesse, darauf dass das Glückskind sehr selbstständig ist (Montessorikiga und so)
      Was ich mit dem „bei meinen Kindern sein“ meine, ist dass das Muttersein oft so automatisch abläuft. Selbst in den Situationen wo ich mir eben für sie Zeit nehme (spielen) oder Zeit nehmen muss (alltägliches) bin ich nicht da, bin ich oft woanders, gedanklich. Manchmal aus dem Druck heraus anderes machen zu müssen, manchmal aus dem Druck heraus mir selbst zu hohe Erwartungen aufzubürden. (muss doch möglich sein das Muttersein mit Karriere, Garten, Haus, Hund, Hof, Kunst …hier beliebiges einfügen …zu vereinen)
      Vielleicht hab ich mir das Muttersein auch einfach anders vorgestellt.

  • Reply Stadtmama 05/04/2014 at 18:18

    Ach herje. Ja, gerade Abschalten ist etwas, was Mamas schwer fällt. Auch ich kenne die Geschichte mit den To-Do-Listen. Ich schaffe es dann manchmal, sie so lange zu ignorieren, bis es entweder brennt oder die Sachen schon nicht mehr aktuell sind…
    Und was dann am Ende auffällt. Meistens waren es sowieso DInge, die gar nicht so dringend sind/waren. Also könnte man es eigentlich auch lockerer angehen und neben dem Spielen mit den Kids auf das gedankliche rezitieren von To-Do-Listen verzichten. Man müsste es sich nur einfach (ja, total einfach … *räusper*) abgewöhnen und dafür braucht man sicherlich nur ein wenig Geduld (ich habe mich auch schon gebessert …)
    Übrigens ist es doch toll, wenn man noch andere Interessen hat neben den Kindern. Wer sagt denn, dass Kinder der einzige Lebensmittelpunkt sein sollen/müssen? Das hat in meinen Augen nichts damit zu tun, ob einem das Muttersein ausreicht oder nicht, sondern mit der persönlichen Entwicklung und mit den eigenen Bedürfnissen. Die kann (und soll) man nicht so einfach abschalten. … bevor ich dir hier einen elendslangen Beitrag hinterlassen, den man nicht mehr lesen kann, hör ich jetzt aber auf 😉
    Danke für das Blogposting! Ich finde, das trifft es bei sehr vielen Müttern, die ich kenne sehr gut …
    Alles Liebe,
    Judith

    • Reply Fräulein im Glück 05/04/2014 at 20:51

      Liebe Judith,

      du wirst sehen ich werde es mit den To Do listen in nächster Zeit erst richtig angehen 😉

      Danke für deinen Kommentar. Hilft mir wirklich weiter.

      Alles Liebe und bis bald 🙂

  • Reply daslebenisteinfach 05/04/2014 at 19:19

    Wenn man Mama ist, gibt man ein ganz schön grosses Stück von sich selbst auf – für etwas unglaublich wunderbares. Heute trauen sich die Mütter aber einfach auch zuzugeben, dass sie vor dem Mama sein nicht annähernd ahnten, wieviel das Kinder-Haben einem wirklich abverlangt. Und sie trauen sich, neben dem „Mama sein“ auch noch sie selbst zu bleiben. Deshalb auch das Arbeiten, Bloggen, Kurse besuchen und mehr. Heute dürfen wir Mamas dass zum Glück auch – und es ist auch schon viel selbstverständlicher geworden, dass uns die Papas dabei unterstützen ;).

    Übrigens: Danke für Deinen Blog – ich lese hier immer wieder gerne mit!

    • Reply Fräulein im Glück 05/04/2014 at 20:19

      Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Stimmt, ich hab es nicht gewusst wie viel Kinder einem abverlangen (wobei es mir schon Leute gesagt haben, ich hab es nur nicht geglaubt ;-))
      Schöner wäre wenn es noch ein gesellschaftliches System gäbe, dass das Unterstützen der Väter noch verbessern würde.

      und vielen Dank für das schöne Kompliment!

  • Reply jarea 05/04/2014 at 23:13

    Ach wie oft ich schon darüber mit anderen diskutiert habe … du sprichst mir aus dem Herzen! Ich merke oft, dass ich das Gefühl habe, mich als Mama rechtfertigen zu müssen, egal wie ich es mache … Als mein erstes Kind vor 4,5 Jahren zur Welt kam, musste ich einfach wieder arbeiten gehen 2 Tage die Woche da mein Mann eine Ausbildung machte. Dann knapp 2 Jahre später kam unsere Tochter zur Welt und ich habe gekündigt – es ging einfach nicht mehr, der lange Arbeitsweg, dauernd die Betreuung organisieren weil mein Mann sehr unregelmässig arbeitet … zuerst war ich befreit, doch bald kam genau dieses Gefühl das du beschreibst. Es reicht mir nicht… ich habe das grosse Glück, für zwei Tage die Woche eine tolle Kinderbetreuung gefunden zu haben, so dass ich wieder arbeite, an meinen eigenen Projekten, von zu Hause aus und für mich ist es gut so. Ich denke, jede Mama muss da ihren ganz eigenen Weg finden – für mich ist meine Arbeit etwas das ganz mir gehört und das ist für mich wichtig. Und wenn ich meine Atelier-Tür schliesse, dann versuche ich ganz mit den Kindern zu sein – ich arbeite dran, jeden Tag 🙂
    herzlich, jarea

  • Reply Wofür ist eine Mutter gestrickt… | MomPower_Blog 05/08/2014 at 07:59

    […] gestern habe ich bei Fräulein im Glück einen Beitrag gelesen der mich nachdenklich gemacht hat. Der Titel lautet “Warum ist Mutter sein nicht genug?“. […]

  • Reply Familie bewusst leben oder was ist Achtsamkeit? - Fräulein im Glück 01/07/2016 at 15:46

    […] möchte mein Leben bewusster leben. Ich möchte meinen Leben in die Hand nehmen und vor allem mein Muttersein wirklich […]

  • Reply Birgit 05/02/2016 at 21:28

    Hallo,
    ich habe mir das Muttersein ganz anders und viel viel einfacher vorgestellt. Aber leider muss man feststellen dass die Schattenseiten der Ganztagsbetreuung sind, dass die Kinder auch zu Hause ein Ganztags-betüddelungs-Programm erwarten und dann unangenehm werden wenn dieses ausbleibt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass meine Mutter jemals mit mir auf dem Fussboden herumgekrochen ist und mit mir gespielt hat. Wir haben uns damals als Kinder einfach selbst beschäftigt und hatten sehr viel Fantasie. Das alles kann ich von meinen beiden Kindern nicht mehr behaupten; Fantasie Fehlanzeige und immer ist der Fokus auf der Mama. Mich kotzt das mittlerweile so dermassen an und wünschte mir, sie würden mich einfach in Ruhe lassen und sich in ihre eigene Welt vertiefen anstatt sich immer nur auf mich zu fokussieren. Das macht den Alltag so richtig nervig und total anstrengend. Ich mache mittlerweile gar nichts mehr mit denen in der Hoffnung dass sie mich totlangweilig finden und sich was eigenes zum Spielen suchen. Die Kinder sind immer gelangweilt und unzufrieden; ich empfinde sie als Belagerung zu Hause und wünschte, sie irgendwie los zu werden, aber das wird ja leider erst in mind. 10 Jahren sein. Nie nie hätte ich gedacht, dass Mamasein so Scheisse ist. Es macht mir einfach keinen Spass und eine Erfüllung ist es auch nicht für mich.

    • Reply Anonymous 06/15/2017 at 15:30

      🤗🤓🤢🙃

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