Die Damen vom Land es ist gut Muttersein so wie es ist

An Tagen wie diesen {Gelassenheits-Übung #1}

10/15/2014

Klebe-Zettelchen und Lobkärtchen

Manchmal ist ein Tag gut, dann wieder schlecht. Und hin und wieder ist ein Tag schlicht und einfach die Hölle… Zeit für eine Gelassenheits-Übung.

Der besagte Tag

Wir, die kleine und die große Dame, sind verkühlt – Schnupfen. Wir beide schlafen schlecht und ich stille in der Nacht gefühlte 1000 Mal. Auch tagsüber wird es nicht besser. Wir granteln uns sozusagen durch den Tag. Es folgen zwei Power naps in Form von Halb-Stunden-Schläfchen und ich bekomme es mit der Angst zu tun. Zu recht. Die kleine Dame ist total übermüdet und über die Maßen unzufrieden. Mit mir. Mit sich. Mit der Welt. Nichts kann sie aufheitern. Nicht einmal der Spielplatz. Sie quengelt, weint und brüllt.

Das ist der Punkt an dem ich mit meinen Kräften am Ende bin. Ich kauere auf dem Sofa und beschließe trotzig, dass mir jetzt einfach mal alles egal ist. Ist es natürlich nicht. Denn im selben Moment beginne ich den Tag noch einmal durchzudenken. Mein erster Gedanke:

Was habe ich bloß falsch gemacht?

Und es wird nicht besser: Habe ich sie zu früh zum Schlafen niedergelegt? Zu spät? Hätte sie vorher noch einmal was essen sollen? Vielleicht hat sie aus Hunger nicht so lange geschlafen… Ich mache mir Vorwürfe. Ganz sicher ist es meine Schuld.

Sie schläft am Abend völlig erschöpft beim Stillen ein und ich bereite mich auf die nächste Horror-Nacht vor. Aber dann…

…passiert das genaue Gegenteil. Sie schläft die Nacht durch und ist am nächsten Tag blendend gelaunt. Ich backe Zwetschken-Törtchen. Ich bin mit der Welt und mit meinem Mutterdasein wieder im Reinen.

So. Anstatt die Dinge gut sein zu lassen und mich zu freuen, dass es auch bessere Tage gibt, beschließe ich, dass es an der Zeit ist ausgiebig zu grübeln. Was war gestern los? Wieso ist heute wieder alles anders? Wahrscheinlich hatte sie Zahnungsschmerzen oder einen Schub oder beides… nein, der Schnupfen war schuld! Den hatte sie aber heute auch noch… Sie hätte einfach mehr schlafen müssen!

STOP

So geht das nicht. Bevor ich mich selbst in den Wahnsinn treibe, beschließe ich:

Ich möchte gelassener werden.

Kurzerhand schnappe ich mir einen Stapel Klebezettelchen und notiere ein paar wichtige Dinge, die mir helfen sollen, ohne Nervenzusammenbruch durch den Tag zu kommen. Ich bringe sie an einem Ort an, wo ich sie nicht übersehen kann. Auf den Zettelchen steht:

  • Tief durchatmen
  • Schultern entspannen
  • Alles geht irgendwann vorbei
  • Die Dinge sind wie sie sind

Zu meinen Zettelchen klebe ich noch ein paar Lobkärtchen. Die sind einfach spitze und ich bekomme schon beim Anbringen gute Laune. Mal sehen ob es hilft. Und ja, natürlich, manchmal muss man auch grübeln, um einer Sache auf den Grund zu gehen. Aber manchmal muss man es auch einfach gut sein lassen. Und gelassen sein. In meinem Fall: mit der kleinen UND der großen Dame.

In großer Hoffnung, dass mir das gelingt,

die Dame vom Land

PS: Vielleicht fallen euch auch noch ein paar Sätze ein, die mir (uns) helfen gelassener zu werden?

 

Weiterführende Links

Lobkärtchen gibt es hier.

18 Comments

  • Reply Petra 10/15/2014 at 14:15

    Ich möchte auch immer gelassener durch meinen Alltag mit 2 Kleinkindern gehen. Ich nehme mir am Abend im Bett immer vor, was ich am nächsten Tag anders, ruhiger mache. Manchmal klappt es, manchmal überfordert mich der Alltag schon am Morgen, wenn ich eine sehr schlecht gelaunte „Große“ und einen superanhänglichen „Kleinen“ habe – wir aber rechtzeitig im Kindergarten sein sollten…

    Was mir hilft ist folgendes (wenn ich denn daran denke sollte):
    – zu lächeln (Lächeln und ärgerlich sein zusammen geht nicht)
    – mich auf meine Kinder einlassen und ein lustiges Spiel vorschlagen (was uns meistens wieder aus dem Loch rausholt – aber nicht immer)
    -einfach mal eine „Familienumarmung“ machen – jeder umarmt jeden zur gleichen Zeit

    Ich freue mich auf weitere Gelassenheitsübungen von Dir!

    LG
    Petra

    • Reply Dame vom Land 10/16/2014 at 17:21

      Vielen Dank für deine Tipps! Vor allem Lächeln finde ich auch eine sehr gute Idee! Das werde ich gleich auf meinen Zettelchen ergänzen 🙂
      Ich bin schon gespannt, wie das mit zwei Kindern ist. Bis jetzt hält mich das eine schon ganz schön auf Trapp!

      Liebe Grüße, Susi

  • Reply Nanne 10/15/2014 at 20:29

    Das mit den Schultern finde ich gut. Dazu habe ich ebenfalls was geschrieben.
    http://einfachsoleben.blogspot.de/2014/08/selbstfursorge-schultern-runter.html
    Hoffe, dass ist okay, wenn ich das hier schreibe, sonst darfst du es löschen…

    Mir hilft auch einfach eine innere Distanz zu den Sachen: Das ist jetzt so. Das ist zwar doof, aber es wird auch besser / anders / hört wieder auf.
    Bei mir sind es vor allem Arbeitsgedanken (habe keine Kinder) und dann hilft mir manchmal auch: Das regelt sich morgen, du hast jetzt Feierabend.

    Manchmal klappt so was auch gar nicht, aber dann weiß ich: Das ist jetzt so ein Tag, den habe ich max. ein bis zweimal im Monat, ich kann überhaupt nicht abschalten, weil mich was belastet und das ist dann halt auch so. Geht vorüber.

    Bin gespannt, wie das mit Kindern so ist. Ich habe großen Respekt vor der Müdigkeit.

    • Reply Dame vom Land 10/16/2014 at 17:30

      Mir ging es vor meinem Kind auch so. Ich war oft sehr gestresst und hatte immer Nacken/ Schulter-Probleme. Bewusst daran denken und entspannen hilft wirklich und auch Übungen für die Bereiche machen. Jeden Tag fünf Minuten reichen. Am schwierigsten ist es, finde ich, dass man konsequent bleibt und nicht nach einiger Zeit wieder damit aufhört.
      Bei mir ist es statt dem Rad das Auto, da zieh ich immer die Schultern hoch – vor allem, wenn ich einen kleinen Passagier habe 😉
      Auf jeden Fall vielen Dank für deine Tipps! Werde ich bei der nächsten Stressattacke gleich ausprobieren 🙂

      Liebe Grüße, Susi

  • Reply Yvonne 10/16/2014 at 06:58

    Huhu! „Ich bin gut so wie ich bin“ passt immer und dass hier hilft auch. Das singt jetzt sogar schon meine 2 Jährige Tochter und macht uns beiden gute Laune;) http://m.youtube.com/watch?v=l0LIdblDbqA
    Herzliche Grüße Yvonne

    • Reply Dame vom Land 10/16/2014 at 17:33

      Das glaub ich gern! Vielen Dank! Leider ist meine kleine Maus dafür noch zu klein, aber ich freu mich jetzt schon, wenn ich das mit ihr gemeinsam singen kann 🙂

      Liebe Grüße, Susi

  • Reply Moni 10/17/2014 at 15:44

    Prima Idee mit den Zettelchen! Doch als erstes male ich mal einen ganz großen Zettel – auf dem steht „STOP“ und im Kleingedruckten: „Runterkommen, nachdenken und dann die kleinen Zettelchen lesen!“. Und die werden natürlich je nach Bedarf erweitert… 😉

    • Reply Dame vom Land 10/17/2014 at 18:50

      Als erstes innezuhalten, ist auf jeden Fall wichtig, denke ich. Und mit einem großen STOP-Zettel daran zu erinnern, finde ich eine super Idee 🙂
      Danke!

      Liebe Grüße, Susi

  • Reply Ingrid 10/20/2014 at 11:27

    Das Grübeln muss man wahrscheinlich versuchen abzustellen – leichter geschrieben als getan – aber es bringt nichts. Du wirst nie rausfinden, woran es gelegen hat. Ich bin übrigens sicher: nicht an dir.
    Das mit den Zetteln finde ich eine gute Idee: so erinnert man sich daran, was man ‚eigentlich‘ tun wollte. Ich habe Karten in meinem Kalender/Ordner. Da stehen auch kurze Sätze drauf, die ich mir zu Herzen nehmen will, z.B. Keep it simple.

    Liebe Grüße, Ingrid (die nicht mehr Franka sein will)

    • Reply Dame vom Land 10/21/2014 at 12:51

      Danke für deine Worte! Was das Grübeln betrifft, nehme ich mich jetzt wirklich an der Nase. Und es hilft auch, muss ich sagen. Aber trotzdem falle ich doch manchmal noch in alte Muster… lässt sich halt nicht so schnell ablegen, wie man es gern hätte!

      Liebe Grüße, Susi

  • Reply Tanja Heller 10/21/2014 at 10:18

    Hallo Susi,

    warum suchst du den Fehler bei dir, hab ich mich gleich gefragt. Ich denke, die Kleinen müssen die Eindrücke verarbeiten vom Tag. Sagt man auch bei Tierkindern. Wie wenn es in meinem Ohr piepst nach einem Konzert. Das ist nicht angenehm. Ich komme da auch nicht zur Ruhe und kann nicht gleich entspannen oder schlafen. Dein Energiefeld war leer von der Anstrengung. Ein neuer Mensch, der das Kind rumträgt, aber ignoriert ist da oft viel besser. Viele Mitbewohner haben. War bei uns super. Dieses als-Familie-gesondert-sein ist ja auch künstlich. Da kommt keiner mal dazu. Eine schöne Bassstimme. Und Baby ignorieren und tragen. Funktioniert ja auch bei Tieren. Gibt viel Sicherheit.

    Liebe Grüße – Tanja

    • Reply Dame vom Land 10/21/2014 at 12:59

      Hallo Tanja,

      da geb ich dir recht! Ich habe meine Maus auch immer viel getragen. Aber mittlerweile hat sie über 10 kg und da wird es schon etwas schwer 😉
      Ich finde es auch nicht gut, dass ich den Fehler gleich bei mir suche, ich möchte stattdessen versuchen, die Dinge einfach hinzunehmen. Hilfe zu suchen ist auf jeden Fall immer eine gute Idee – dazu kommt eh noch was die Woche 😉

      Danke für deine Tipps!

      Alles Liebe, Susi

  • Reply Organisation mit Sabine 10/24/2014 at 09:21

    Ja, so viele Dinge sind einfach Einstellungssache. Alles, was zu einer gelasseren Einstellung verhilft ist gut. So ist es ja in allen Bereichen. Wie faul darf man sein?
    Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht:
    http://www.organisation-mit-sabine.de/2014/10/04/sind-sie-bereit-f%C3%BCr-gute-organisation-ein-pl%C3%A4doyer-f%C3%BCr-die-faulheit-zur-rechten-zeit/
    Liebe Grüße
    Sabine

    • Reply Dame vom Land 10/24/2014 at 19:30

      Hallo Sabine,

      vielen Dank für deine Gedanken. Da sind ein paar sehr schöne Anregungen dabei!

      Liebe Grüße, Susi

  • Reply Julia 10/24/2014 at 13:39

    Hallo,

    Ich kenne diese Verhaltensweise nur zu gut, immer an den negativen Dingen rumzugrübeln und die positiven Erfolge völlig auszublenden. Dabei bringt diese Denkweise im Grunde genommen ja gar nichts, im Gegenteil, sie drückt das Selbstwertgefühl und führt zu mehr Unzufriedenheit. Da ich auch zu diesem Perfektionismus neige und mich selber immer zu kritisch sehe, habe ich mir angewöhnt, 3 „Seelenstreichler-Einheiten“ pro Tag einzuführen:
    – Lächle dich selbst immer Spiegel an und denke einen positiven Gedanken dabei
    – Setze dir ein kleines Ziel, dass du heute schaffen willst. Zum Beispiel: Heute eine halbe Stunde joggen. Hast du das Ziel erreicht, freu dich über deinen Erfolg.
    – Gönne dir 5 min „Reizkarenz“ pro Tag: völlige Stille, nur Zeit mit dir und deinen Körper. Danach sehe ich meist wieder viel klarer und strukturierter als vorher.
    Liebe Grüße, Julia

    • Reply Dame vom Land 10/24/2014 at 19:27

      Hallo Julia,

      es ist wirklich erstaunlich, dass man hauptsächlich das Negative auf sich bezieht. Aber zumindest fällt es uns auf, ich denke, dass ist schon mal der erste Schritt zur Besserung 😉
      Deine Tipps gefallen mir sehr gut! Ich werde die „Seelenstreicher-Einheiten“ gleich in meinen Tagesablauf einplanen.

      Danke und alles Liebe, Susi

  • Reply Cécile 07/07/2017 at 13:49

    Hallo Susi,
    Vielen Dank für deinen tollen Blog und die sehr inspirierenden Beiträge!
    Als ich kleine Kinder hatte (meine Töchter sind nun 8 und 4), bin ich vor lauter Verzweiflung und seeliger Erschöpfung auf die Idee gekommen, am Ende des Tages eine Liste zu machen von dem, was ich gemacht hatte. Diese habe ich Tag für Tag in meinen Kalender aufgeschrieben. An den guten Tagen stand: Bett gemacht, Wäsche gewaschen, gebügelt, aufgeräumt, Tisch 3x abgedeckt, gesund gekocht, mich ums Kind gekümmert…. und selten mehr – für so viel Fleiß malte ich mir einen Stern.. An den schlechten schrieb ich: ganz viel Liebe gegeben, und ich malte mir dazu ein goldenes Herz. Albern, aber es hat sooo gut getan – das Glas halb voll zu sehen und mir selber Anerkennung zu schenken, gerade an den schlechten Tagen….
    Liebe Grüße,
    Cécile

  • Reply Cécile 07/07/2017 at 18:04

    Ähhmmm… habe ich echt „Susi“ geschrieben?… Sorry BIRGIT! (jüngere Tochter ist krank, merkt man es mir an?… 😉 )

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