Achtsamkeit

Mit Kindern zur Ruhe kommen: mit diesem Ritual lässt du den Tag zufrieden ausklingen

07/19/2016

Mit Kindern zur Ruhe kommen - mit diesem Dankbarkeitsritual lässt du den Tag zufrieden ausklingen - Fräulein im Glück - Mamablog Achtsamkeit

(Klein-)Kinder haben ist sehr anstrengend. Besonders abends oder im Urlaub. Meine liebe Freundin Judith hat dazu einen  Blogbeitrag geschrieben und ich kann mich in so vielen Zeilen wiederfinden. Nichts läuft wie geplant. Vieles ist mühsam, Abende enden immer später als gewollt und selten ist ein Urlaub wirklich ein Urlaub.

In einer Mädelsrunde kam dann ein anderes Thema auf: das ewige Vergleichen. Besonders vergleichen im Internet. Nicht immer sind die Sachen so, wie sie scheinen, das wissen wir und trotzdem lassen wir uns beeinflussen. Wir schielen hinüber, wo das Gras grad viel grüner scheint und am Ende bleibt die Unzufriedenheit: Ich mache doch schon so viel, wieso reicht das nicht aus? Was könnte ich noch besser machen, um noch mehr zu erreichen? Oder wieso erreiche ich nicht mit gleich viel Arbeit genauso viel wie XY?

Und was haben jetzt diese Themen gemeinsam?

Oft bleibt das Gefühl, es sollte besser laufen

Am Ende des Tages – egal ob im Urlaub oder daheim vor dem PC – wir bleiben oft mit dem Gefühl zurück, wir hätten noch mehr machen können oder müssen. Der Urlaub hätte erholsamer sein sollen, die Kinder wohlerzogener, wir hätten freundlicher sein, besser essen oder mehr für uns tun müssen. Die Liste lässt sich beliebig erweitern.

Wir sehen nicht, was wir eigentlich alles geleistet haben.

Dankbar sein – ein schönes Ritual für die Kinder & Seelenfrieden für die Eltern

In den letzten Wochen und Monaten habe ich versucht einige Tipps aus dem Buch von Linda Lantieri „Emotionale Intelligenz für Kinder und Jugendliche“ umzusetzen. Dazu gehört es, Rituale einzuführen, die es als Familie wieder möglich machen, Stille und Ruhe wertzuschätzen.

Sie schlägt vor, vor dem Essen ein Beruhigungsritual einzuführen. Ich finde das eine spitzen Idee. Oft drehen die Kinder gerade vor dem Essen noch einmal so richtig auf. Laut Buch also einfach vor jedem Essen eine Kerze anzünden und die „Aufmerksamkeit für eine Weile schweigend auf die Flamme richten“. Das beruhigt. Danach können alle reihum sagen, wofür sie heute dankbar sind.

Den Teil mit der Kerze mussten wir nur gleich mal sein lassen (ist zu sehr ausgeartet ;-)). Inzwischen haben wir das Ritual aber wunderbar umfunktioniert, es wurde daraus unser eigenes Ritual: Wenn ich die Kinder zu Bett bringe, sagen wir reihum, wofür wir heute dankbar waren oder was uns besonders gut gefallen hat. Jeder darf drei Sachen sagen (sonst artet es noch einmal aus) und ich muss (!) drei Sachen sagen (ist gar nicht so leicht).

Das machen wir jetzt täglich und es hilft uns dabei gemeinsam den Tag friedlicher und ruhiger abzuschließen und den Blick darauf zu lenken, was heute gut geklappt hat. Denn wann macht man das schon bewusst? Es ist also nicht nur für Kinder ein schönes Ritual, sondern auch für mich.

Endlich sehen was gut war und wir geleistet haben

Es zeigt mir, dass der Tag gut war und auch, dass ich sogar sehr viel geleistet habe, auch wenn ich vielleicht gefühlsmäßig noch viel mehr hätte machen können oder andere gefühlt viel besser waren als ich.

Den Kindern gefällt das „dankbar sein“ sehr gut. Sie lieben jede Art des Rituals ja sowieso. Rituale geben Sicherheit. Der Kleine (2) zählt meistens Essen auf, er ist vor allem sehr dankbar für jede Art von Süßigkeiten :-), der Große (5) ist schon für andere Dinge dankbar und verblüfft mich dabei oft, zum Beispiel mit: „ich bin dankbar, weil du meine beste Freundin bist“

Ich höre jetzt Dinge, die ich sonst nicht so oft höre.

Schöne Dinge.

Dankbarkeit – rückt alles ein bisschen zurecht

Bei meinem „dankbar sein“ fällt mir oft auf, dass ich so viele „unwichtige“ Dinge mache. Wer möchte schon dankbar dafür sein, dass er ein lustiges Youtube-Video angeschaut hat? Ich bin heute sehr dankbar, dass ich ein Handy habe? – passt auch nicht ganz.

Ich sage lieber Dinge wie: „Ich bin dankbar, dass wir heute so einen schönen Tag im Garten verbracht haben, dass ihr mir beim Aufräumen geholfen habt (jaaa es kommt vor) und dass ihr so wunderbare Brüder füreinander seid.“

Ich merke, dieses kleine Ritual hat Einfluss auf mich. Einen Guten. Ich schließe den Tag jetzt leichter ab.

Positiver ab.

Neuerdings ertappe ich mich dabei, Dinge bewusst zu machen, damit ich am Abend dafür dankbar sein kann.

Und ich finde, das ist nicht das Schlechteste.

Alles Liebe,

Birgit

PS Bei Ina Rudolph habe ich hier die „Erwachsenen-Edition“ unseres Abendrituals gefunden. Sogar mit „Tagesrückblick“ zum download.

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15 Comments

  • Reply Andrea 07/20/2016 at 18:36

    Genau so läuft es bei uns auch beim zu Bett gehen! Wir haben das gleiche Dankbar -Ritual! Und ich kann das absolut unterschreiben was du geschrieben hast,man wird sich vielem bewusster! Liebe Grüße

    • Reply Birgit 07/20/2016 at 19:01

      Liebe Andrea,
      schön 🙂 ich denk mir oft, eigentlich so einfach, warum komm ich auf diese Sachen eigentlich nicht viel früher? Aber besser spät als nie 😉
      Liebe Grüße,

      Birgit

  • Reply Jeannine 07/20/2016 at 19:04

    Liebe Birgit, danke für diesen wertvollen Beitrag und das wunderschöne Ritual! Heute schläft die kleine schon, aber gleich morgen möchte ich es mit ihr probieren! 🙂 alles liebe!

  • Reply Isabella 07/21/2016 at 04:44

    Schöne Idee. Ich mache das oft für mich persönlich. Probiere ich gleich auch mal mit den Kindern aus. <3

    • Reply Birgit 09/07/2016 at 20:17

      Liebe Isabella,
      vielen Dank 🙂 Ich mache das auch oft für mich selbst, mit Kindern ist es noch einmal ganz anders. Ich freue mich auch über Erfahrungsberichte 🙂

      Liebe Grüße,

      Birgit

  • Reply Sandra 07/26/2016 at 11:01

    Danke für die schöne Idee, die werde ich umsetzen sobald mein Kleiner (3) wieder von seinem Oma-Urlaub zurück ist. Er hat eh immer so viel zu erzählen, da fallen ihm bestimmt nette Sachen dazu ein, ich bin schon gespannt 🙂 Ganz liebe Grüße!

    • Reply Birgit 09/07/2016 at 20:18

      Liebe Sandra,
      danke – ich freu mich wenn du erzählst, wie es bei dir/euch geklappt hat.

      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Babsi 08/11/2016 at 07:01

    Tolle Idee danke dafür, meine kleine ist erst 13 Monate da geht das noch nicht, aber ich werde es für mich machen und später mal die kleine mit einbinden. Man sollte sowieso für vieles dankbarer sein, wie zB Gesundheit, denn die ist das wichtigste! Schöner Blog und ich werde jetzt öfter vorbeischauen .

    Glg babsi

    • Reply Birgit 09/07/2016 at 20:19

      Liebe Babsi,

      vielen Dank für das nette Kompliment und absolut, ich denke wenn wir dankbarer sind, kann sich das Leben ganz positiv verändern.

      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Bine 05/09/2017 at 20:01

    Danke! Danke für die Idee! Das mache ich ab Morgen mit der Großen auch. (Der Mini ist erst 9 Monate alt) 🙋🏼

  • Reply Steph 05/20/2017 at 20:48

    Ist ja lustig, ohne deinen Blogeintrag zu kennen, machen wir das auch!!!! Inspiriert durch das Buch „Sara und die Eule“ von Esther und Jerry Hicks und wir sagen auch genau drei Dinge! Und wir finden es alle ganz wunderbar !!! Ganz liebe Grüße steph

  • Reply Susanne 05/22/2017 at 14:53

    Vielem Dank für diesen wunderbaren Text! Ist zwar schon älter, aber ich hab ihn soeben gelesen und werd das Dankbarkeitsritual bei uns auch einführen. Lg Susanne

    • Reply Birgit 05/22/2017 at 20:53

      Liebe Susanne,
      alt aber gut und immer noch ganz aktuell 🙂 ich freu mich, wenn es dir gefällt.
      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Sabrina 06/09/2017 at 05:59

    Hallo Birgit! Ich bin dankbar für deinen Beitrag :). Ich habe das früher oft für mich gemacht u seit dem Kind irgendwie drauf vergessen, obwohl es gerade jetzt so viel in unserem Leben gibt wofür ich dankbar bin. Ich danke dir also für die Erinnerung daran u für die Idee dies als Abendritual mit dem Kind zu machen. GlG Sabrina

  • Reply Anonymous 06/26/2017 at 09:46

    Dieser Gedanke des Dankbarkeitsrituals ist einfach und wunderbar! Hilft mir und meinem Sohn, wenn wir es gemeinsam machen-
    schenkt und Nähe und lenkt die Aufmerksamkeit auf das Positive! Erziehung zum Glück für alle…: )

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