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Land unter

10/25/2014

Land unterFolgende Zeilen, ich denke sie sind von Otto Waalkes, bringen mich gern zum Schmunzeln: „Gott sagte, lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen. Und ich lächelte und war froh, denn es kam schlimmer.“ Das ist lustig. Lustig weil es wahr ist.

Ihr erinnert euch an meinen Bericht An Tagen wie diesen? Ich dachte, das wäre der Höhepunkt. Jetzt muss ich ein bisschen darüber lachen, dass ich dachte, banaler Schnupfen wäre der Höhepunkt. Aber nur ein bisschen. Denn bei der kleinen Dame folgte auf Schnupfen eine Mittelohrentzündung und bei der großen Dame – mir – waren die Nebenhöhlen dran.

Jetzt weiß ich, ein schlecht gelauntes, suderantes Kind ist nicht das Schlimmste. Die Sorgen fangen erst an, wenn das Kleinod keine lauten Geräusche mehr von sich gibt. Halb offene ausdruckslose Augen, schweißnasse Stirn und rote Wangen – die kleine Dame hängt im Kindersitz, während man wie die Polizei zum Kinderarzt rast. Da wäre es einem fast lieber, das Kind würde sich wieder lautstark melden.

Der sprichwörtliche Tupfen am i: man ist selbst krank und kann kaum klar denken. Keine feine Sache, wenn der Kinderarzt von der richtigen Dosierung der Medikamente spricht, während man selbst am liebsten eine ganze Packung einwerfen würde und ernsthaft in Erwägung zieht, sich auf dem Untersuchungstisch schlafen zu legen.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber an so einem Punkt helfen mir meine guten Vorsätze und alle Übungen dieser Welt nichts mehr. Es wird alles bedeutungslos. Trotzdem habe ich einen Ratschlag.

Bittet um Hilfe. Und zwar rechtzeitig.

Nicht erst, wenn ihr am Ende seid. Ich muss mich da selbst an der Nase nehmen. Es sind auch bei mir nicht die ersten Gedanken, jemanden anzurufen und um Hilfe zu bitten. Aber die Wahrheit ist.

Hilfe zu bekommen hilft. Wer hätte das gedacht.

Bei uns kam es so: Meine Mutter hat angerufen und Hilfe angeboten (selbst wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen…). Und ich habe ihr Angebot nach dem Leitsatz Mütter brauchen Hilfe dankend angenommen. Dann hat die ganze Familie zusammen geholfen. Meine Mutter hat für uns den Einkauf erledigt und die Wohnung aufgeräumt und meine Uroma hat uns eine leckere Hühnereinmachsuppe mit Bröselknöderl gemacht (das Rezept werde ich nachreichen).

Am Tag darauf war ich bereits schlauer und habe selbst noch einmal um Hilfe gebeten. Meine Schwiegermutter hat sich der kleinen Dame angenommen, und meine Eltern kamen noch einmal zum Kochen und Bügeln.

Und es ward gut. Naja, nicht wirklich gut, aber besser.

Während ich diese Tage des Leids Revue passieren lasse, kommt mir ein Gedanke. Möglicherweise sind es nicht nur die praktischen Dinge, die helfen. Vielleicht ist es auch einfach das Gefühl, dass sich jemand um einen kümmert, dass man selbst für kurze Zeit wieder Kind sein darf. Man lässt los, gibt die Zügel aus der Hand. Fühlt sich geliebt und umsorgt. Ist nur so ein Gedanke…

Eure Dame vom Land

PS: Mich beschleicht das dumpfe Gefühl, dass auch das noch nicht das Schlimmste war. Ich beginne mich vor der ersten Magen-Darm-Grippe zu fürchten…

Fotocredit: Billy Lam/unsplash

6 Comments

  • Reply Ingrid 10/25/2014 at 18:36

    Einerseits ist das alles nicht so einfach … andererseits: was für ein Glück, so eine liebe Familie zu haben.
    Liebe Grüße und gute Besserung, Ingrid

    • Reply Dame vom Land 10/26/2014 at 05:21

      Da geb ich dir voll und ganz recht 🙂

      Liebe Grüße, Susi

  • Reply Nanne 10/25/2014 at 20:38

    Ja, ich habe dieses Jahr (ohne selbst ein Kind zu haben), auch meine Mami gefragt, ob sie kommen kann, weil ich ziemlich doof krank war (ebenfalls Nasennebenhöhle) und Gesellschaft brauchte. Das war super schön und hat uns ein bisschen mehr zusammen geschweißt. Und ich weiß, wenn ich Hilfe brauche, kommt sie gepflogen und freut sich sogar noch :o)
    Meine Mama ist ein Urgestein gewesen, als wir Kinder (drei) krank waren – sie hat es nie bis gaaanz selten erwischt. Auch bei Magen-Darm nicht.
    LG und GUTE BESSERUNG Nanne
    P.S.
    Auf die Hühnersuppe bin ich etwas neidisch…

    • Reply Dame vom Land 10/26/2014 at 05:23

      Vor meinem Kind dachte ich auch, ich wäre ein Urgestein 😉 Aber egal ob mit Kind oder ohne, es ist einfach schön, sich von seiner Mama gesund pflegen zu lassen!
      Das Rezept für die Hühnersuppe kommt bald nach!

      Liebe Grüße, Susi

  • Reply Junika 10/26/2014 at 17:27

    Ach Du meine Güte, wir wünschen Euch alles Gute! Und viel Besserung! Liebe habt ihr ja Gott sei Dank genug.

    • Reply Dame vom Land 10/27/2014 at 06:53

      Danke du Liebe! Mittlerweile sind wir am Weg der Besserung 🙂

      Liebe Grüße, Susi

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