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Kleinteiliges Spielzeug und warum Altersrichtlinien sinnvoll sind

01/26/2016

Lego (1 von 1)

Lange habe ich versucht die ideale „Aufbewahrungslösung“ für Lego oder ähnlich kleinteiliges Spielzeug zu finden. Ich bin ja Plastikspielzeug eigentlich sehr kritisch gegenüber eingestellt, aber Lego haben wir und das nicht wenig. Und in diesen Mengen fliegt es auch in der Wohnung herum.

Ich finde Lego auch wirklich eine gute Sache (also abgesehen davon, dass es aus Plastik ist), im Gegensatz zu vielen anderen Spielen können Kinder mit einfachen Steinen ihre Kreativität wunderbar ausleben. Ich habe schon Dinos, Flugzeuge, Giraffen und Hochhäuser bewundert und selbst der Kleine schafft es schon Türme oder Tatütatas zu bauen.

Aber wie überall gibt es auch beim Spielzeug „Trends“, denen ich leider auch immer wieder nachgebe und so haben sich zu Geburtstagen und Weihnachten inzwischen ziemlich viele Spezialsets wie Roboter oder Autos angesammelt, die weitaus weniger universal einsetzbar sind, als die ganz einfachen Steine. Diese beinhalten nicht nur extra viele Spezialteile, die sonst nirgends dazu passen, sondern sind meistens ziemlich schwer zusammenzubauen, weil sie eigentlich für Ältere sind.

Obwohl gerade dieses trendige Spielzeug bei meinem Sohn besonders beliebt ist, liegt es ganz schnell unfertig und zerstört in einer Ecke und eigentlich wird nicht wirklich damit gespielt. In einem interessanten Gespräch mit einer unserer Kindergartenpädagoginnen ist mir dann auch gekommen warum:

Es gibt einen Grund für Altersrichtlinien bei Spielzeug

Diese Sets und einige der sehr kleinteiligen Spiele sind einfach noch viel zu kompliziert für meine Kinder. Wenn ein Kind es also nicht schafft damit zu spielen, muss man sich nicht wundern, wenn es dann schnell in einer Ecke liegt und zerstört wird:

  • Altersrichtlinien haben ein Grund. Wenn ein Spielzeug es erst ab 8 ist, dann ist es noch nicht für ein Kind, das sechs ist. Es steigt die Frustration, wenn es damit zwar spielen will, aber es nicht schafft alles selbst zusammenzubauen, weil zum Beispiel die Feinmotorik noch nicht so ausgereift ist und auch noch die Fähigkeit fehlt, von einem Plan abzulesen, um das Ganze dann umzusetzen. Das gilt nicht nur für technisches Spielzeug wie Lego. Auch beispielsweise beim Anziehen von Barbie-Puppenaccessoires muss die Feinmotorik schon sehr gut ausgereift sein.
  • Ein Spielzeug macht keinen Sinn, wenn das Kind lernt: „wenn ich damit spielen will, brauche ich immer Hilfe“ Das Ziel eines solchen Spieles ist es ja zu erfahren: „Ich kann das zusammenbauen, ich kann es alleine, ich schaffe es“.
  • Auch wir Eltern machen uns oft zuviel Druck, der „meines kann das schon“-Wettbewerb bringt Kindern in keinem Bereich etwas, auch nicht beim Spielzeug.
  • Es ist in Ordnung nicht allen Spielzeugtrends nachzugeben. Natürlich ist es anstrengender, braucht viele Gespräche und vielleicht auch mehr Zeit, die man sich nehmen muss um, mit den Kindern altersadäquate Spiele zu spielen, damit sie sehen, das macht mir auch viel Spaß.
  • Sind wirklich massenhaft Kleinteile notwendig?
    Manchmal genügt es auch, von allen Teilen einfach die Hälfte anzubieten. Natürlich geht das nicht bei einem Puzzle oder einem Gesellschaftsspiel. Aber ich habe zum Beispiel aus unserem Legokorb alle Spezialteile aussortiert und nur noch die ganz normalen Steine übrig gelassen. Die Sets habe ich in mühevoller Kleinarbeit aus einem vermischten Teilehaufen rekonstruiert und jetzt einmal weggesperrt, um sie für später aufzuheben und wirklich nur ein altersadäquates Set übriggelassen, das es immer im Wechsel mit einem anderen gibt. Seitdem wird interessanterweise wieder mehr mit Lego gebaut und auch die eigentlichen altersgerechten Sets wurden wieder interessanter.

Die heutige Aufgaben der Challenge sind:

Und jetzt kommen wir zur heutigen „Aufgabe“ der Challenge: Überprüfe euer Kinderzimmer auf altersgerechtes Spielzeug, nicht nur solches, aus dem die Kinder schon herausgewachsen sind, sondern auch solche, in das sie erst hineinwachsen müssen. Wenn Du etwas findest, packe es lieber weg, bis dein Kind in ein Alter kommt, wo es ohne Hilfe damit spielen kann

Wenn ihr viel kleinteiliges Spielzeug habt, das oft durch die Gegend fliegt und allen Kummer beim Wegräumen macht. Frag dich: Würde auch die Hälfte der kleinen Teile ausreichen? Müssen wirklich alle Teile immer erreichbar sein? Hast du mehrere nervenaufreibende Kleinteilspiele? (Wir haben z.B. Holzperlen und ein Steckspiel, außerdem zahlreiche Kartenspiele, die dann schnell verstreut sind) Dann stelle nie alle Spiele gleichzeitig zur Verfügung, wechsle sie immer ab oder gib sie in die Austauschkiste, bis sie wieder gefragt sind.

Vielleicht möchtest Du deine Bilder und Erfahrungen zur Challenge #chaosfreiesKinderzimmer mit uns teilen, dann mach das doch hier in den Kommentaren, auf Twitter/Instagram unter dem Hashtag #chaosfreiesKinderzimmer oder in dieser Facebookgruppe.

Schreibst du selbst auf deinem Blog über die Challenge, dann kannst du deinen Beitrag auf der Übersichtsseite der Challenge #chaosfreiesKinderzimmer verlinken, wenn du magst. Dort findest du dann auch alle meine Beiträge zur Challenge noch einmal gesammelt. Ich freue mich!

Alles Liebe,

Birgit

9 Comments

  • Reply Daija 01/26/2016 at 12:46

    Wir spielen ja noch Duplo, aber ich habe gerade gestern gedacht, dass die Hälfte der Steine vielleicht auch ausreicht. Guter Anstoss, welche weg zu legen.
    Den Hinweis mit den Altersangaben finde ich interessant. Wir haben manche Spielsachen, bei denen ich die Altersangabe nicht ganz gerechtfertigt finde; oft geht es mir bei Puzzeln so. Wir haben eines auf dem 2 bis 8 steht, dass für sie schon vor dem 3. Geburtstag nicht mehr interessant war. Jemand sagte mir das sei damit die Eltern glaubten, ihr Kind sei besonders begabt/weit entwickelt. Vielleicht nehmen wir das manchmal unbewusst als Messlatte?
    Andererseits kommt es auch auf das Kind an – die Interessen und die jeweilige Entwicklung. Ein Kind, das gern malt und bastelt wird vermutlich früher mit bestimmten Materialien umgehen können – und vor allem wollen – als ein Kind, das gern Draussen tobt, klettert und sammelt. Denke ich.

    Herzliche Grüße
    Daija

    • Reply Birgit 01/26/2016 at 20:26

      Liebe Daija,

      ja stimmt bei Puzzles ist es ein bisschen anders, da sind die Altersangaben recht großzügig gewählt und du hast sicher recht, es kommt sicher auf das Kind an. Und das meine ja eher die Bewegungsjunkies sind, das weißt eh 😀

      Liebe Grüße,

      Birgit

  • Reply Maria 01/26/2016 at 14:46

    Hallo Birgit!

    Zu den Legosets – ich finde es hat noch einen gravierenden Nachteil auch wenn sie altergerecht eingesetzt werden.

    Ein Legoauto ist nach dem Zusammenbauen ein Auto. Eine Legoflugzeug ist eben auch nur noch ein Flugzeug. Durch die Anleitung geht die eigene Kreativität verloren.

    Die Basissteine hingegen sind Auto, Flugzeug, Bauernhaus, Hase, Drache und noch viel mehr. Das fördert die Phantasie und Kreativität.

    lg
    Maria

    PS: Lege ein altes Leintuch unter das Legospielzeug und alles ist ganz schnell wieder aufgeräumt…

    • Reply Birgit 01/26/2016 at 20:27

      Liebe Maria,

      du hast wie immer vollkommen recht. Das finde ich auch! Und der Tipp mit dem Leintuch ist auch super, mal sehen, ob sie sich dran halten 😉

      Liebe Grüße,

      Birgit

  • Reply Nanne 01/26/2016 at 23:09

    Deine Serie ist einfach toll, auch wenns für mich noch nicht so relevant ist!

    • Reply Birgit 01/29/2016 at 17:10

      Liebe Nanne, vielen Dank 🙂 Oft wünschte ich, ich hätte von Anfang an besser aufgepasst, dass nicht so viel reinkommt, dann hätte ich mir einiges an Arbeit erspart.

      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Nadja 01/30/2017 at 08:07

    Hallo, ich möchte das Chaos hier auch eindämmen und habe mich in den Lego Korb von euch verliebt. Wo gibt es die denn zu kaufen? Danke und liebe Grüße, Nadja 🙂

    • Reply Birgit 01/30/2017 at 12:48

      Liebe Nadja,
      die Körbe sind einfach von Ikea.
      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Kinderzimmer ausmisten & aufräumen - Ideen, wie es auch langfristig ordentlicher wird - Fräulein im Glück 04/27/2017 at 13:01

    […] 7) Kleinteiliges Spielzeug und warum Altersrichtlinien sinnvoll sind […]

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