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Kinderkunst und Basteleien aufbewahren oder wegwerfen?

01/22/2016

Kinderkunst (1 von 4)

Es gibt Zeiten, da produzieren die Kinder Basteleien und Kunstwerke am laufenden Band. Da gibt es Zeichnungen, Aquarelle, da werden aus den unterschiedlichsten Materialien ganze Skulpturen errichtet. Wunderbar.

Und trotzdem weiß man irgendwann nicht mehr wohin damit.

Was tun mit Basteileien und Kinderkunstwerken

Ich miste also regelmäßig aus. Anders wie bei größeren Ausmistaktionen lasse ich hier meine Kinder selten mitentscheiden, wenn ich etwas weggebe, außer ich weiß es ist etwas wirklich Wichtiges für sie, denn es kommen ja dauernd neue Kunstwerke in sehr großen Mengen nach und selten wird nach den alten noch gefragt.

Damit auch Du nicht in riesigen Papierbergen versinkst, hier eine Zusammenfassung unserer bewährtesten Schritte:

  1. Entscheiden, was Du weggibst. 
Eine gute Idee ist es sicher von den „Meilensteinzeichnungen“ jeweils ein bis zwei Exemplare: Zum Beispiel das erste Krixikraxi, den ersten Kreis, das erste Kartoffelmännchen, das erste Blatt mit verkehrt geschriebenem Namen etc. zu behalten. Der Rest kommt weg. Bleibt Dir immer noch zu viel übrig, dann fotografiere doch die Kunstwerke ab und reduziere noch einmal. 3D-Objekte fotografiere ich sowieso immer ab, denn ihre Aufbewahrung ist mir zu raumfüllend.
  2. Einen Ort für Kunstwerke aus dem Kindergarten. Oft sind meine Kinder auf besondere Kindergartenkunstwerke sehr stolz, dafür haben wir einen kleinen Platz eingerichtet, dort können sie zum Beispiel die selbst gebastelte Laterne oder ein Weihnachtssackerl eine Zeit lang aufstellen. Kommt etwas Neues nach, wird es ausgetauscht..
  3. Ganz wichtig (überhaupt beim Ausmisten): Bitte kein schlechtes Gewissen. Es ist ok, wenn man sich von Dingen trennt. Ich wende da immer Marie Kondos Tipp an, mich bei den Dingen zu „bedanken“, so fällt die Trennung leichter, denn sie haben ihren Zweck erfüllt. Das malen, zeichnen, kleben hat den Kindern viel Spaß gemacht, sie konnten sich weiterentwickeln und haben eine gute, konzentrierte Zeit verbracht. Vielen Dank dafür liebes Kunstwerk, jetzt ist es auch ok, wenn du im Müll landest.
  4. Eine Zwischenstation einrichten: Für alles, was neu produziert wird, haben wir eine Schachtel angelegt. Ist die Schachtel voll, sortiere ich von unten aus.
  5. Die Favoriten, die wir behalten, rolle ich ein und lagere sie in einer Kartonrolle für Poster. Die Schönsten davon hängen wir auch manchmal an die Wand. Ich habe davon zwar selbst noch nichts umgesetzt, aber es gibt inzwischen so viele schöne Ideen und Möglichkeiten, wie man Kinderkunstwerke schön zeigen kann: Paula vom Blog Spielzeugfreies Kinderzimmer hat darüber hier geschrieben und ich habe hier eine Pinterestsammlung mit Inspirationen dazu angelegt.

Wie viel Bastelmaterial und wie lagern

Kinderkunst

Der Rollwagen ist leider keine ideale Lösung, daher versuche ich das Bastelmaterial besonders übersichtlich zu halten

Neben den Kunstwerken selbst, finde ich es auch wichtig, wie Kinder ihre Stifte, Malfarben und Papier aufbewahren. Damit steht und fällt auch die Häufigkeit der Benutzung. Es gilt: Ist es nicht einladend und übersichtlich, werden die Kinder auch weniger gerne malen und basteln.

Wir haben uns einen Bastelwagen in einem Küchenrollwagen eingerichtet. Ich fand das Prinzip nett, dass die Kinder sich den Wagen zum Tisch schieben können. Machen sie aber nicht. Besser wäre hier wohl einfach ein simples Regal gewesen, mit ein paar Stifthalterungen. Denn der Wagen ist noch dazu mit den Seitenwänden für Kleinere etwas zu uneinsichtig. Und gerade wegen der nicht ganz idealen Lösung, habe ich mich entschieden nur wenig Bastelmaterial und Stifte zur Verfügung zu stellen und damit unseren Bastelwagen trotzdem noch übersichtlich zu gestalten.

In unserem Bastelwagen finden sich:

  • Buntstifte und/oder Ölkreiden: Von jeder Farbe einen Stift. Auch zu viele Faben finde ich nicht nöitg. Wir haben 12 Farben und einen Bleistift, das reicht völlig bzw. für den Kleinen würden weniger Farben auch ausreichen, In unserem Kindergarten gibt es für die ganz Kleinen Montessori-Stifthalter wie diesen und es gibt meisten 3 oder 4 Farben zur Auswahl. In jedem Halter einen Buntstift in passender Farbe und die Kindern sind glücklich damit.
    Bei uns daheim war es nämlich eben diese Stiftmenge, die Chaos verursacht hat. Wir haben mit der Zeit einige Reisestiftsets angesammelt, die man oft gratis geschenkt bekommt. Die flogen immer nur in der Gegend herum und eigentlich liegen sie schlecht in der Hand und lassen sich oft auch schwer spitzen. Solche Gratissets schlage ich jetzt immer aus und habe auch die schon vorhandenen ganz aussortiert.
  • Knetmasse. Der Dauerbrenner. Bei uns gibt es immer nur eine Farbe, wird sonst am Schluss eh nur ein brauner Klumpen. Außerdem gibt es Tablettpflicht für Knetmasse, um meine Nerven zu schonen.
  • Fingerfarben oder Wasserfarben. Bei uns gibt es entweder oder, einmal das eine, einmal das andere
    eine kleine Kreidetafel mit weißer Kreide und einem kleinen Schwamm. Die Kinder lieben sie, nur die Tablettpflicht dafür wird nicht immer eingehalten 😉
  • Klebeband, Schere und sehr reduziert Bastelmaterialien wie Papier, Klopapierrollen oder Nussschalen, je nachdem was wir gerade haben.
  • Nicht alles bei den Kindern ablagern. Ich machte bei mir selbst die Erfahrung, dass ich Dinge die ich nicht weggeben möchte, aber auch nicht wirklich brauchen kann, gerne bei den Kindern ablagere. Die können ja alles brauchen. Was dann passiert zeigt sich an unserer Papierfach: Alte Kartons, aussortiertes Papier oder alte Notizbücher landeten dort gerne und wurden auch von den Kindern nicht benutzt. Seit einigen Wochen stelle ich nur wenig Papier bereit und sie bedienen sich seither viel lieber und es sieht natürlich ordentlicher aus.

Mit dieser Menge uns Zusammenstellung habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Kinder basteln gerne und es fliegt auch nicht allzuviel herum, wenn sie nicht wegräumen.

Wie lagerst Du eure Bastelmaterialien? Und bietest Du mehr oder weniger an?

Vielleicht möchtest Du deine Bilder und Erfahrungen mit uns teilen, dann mach das doch hier in den Kommentaren, auf Twitter/Instagram unter dem Hashtag #chaosfreiesKinderzimmer oder in dieser Facebookgruppe.

Schreibst du selbst auf deinem Blog über die Challenge, dann kannst du deinen Beitrag auf der Übersichtsseite der Challenge #chaosfreiesKinderzimmer verlinken, wenn du magst. Dort findest du dann auch alle meine Beiträge zur Challenge noch einmal gesammelt. Ich freue mich!

Alles Liebe,

Birgit

 

15 Comments

  • Reply JanaA 01/22/2016 at 13:42

    Hallo Birgit,
    ich bastel auch total gern, aber wenn mein Kind den Wunsch nach Kneten äußert, fallen mir tausend Ausreden ein, warum es gerade nicht geht 😉 Die Idee mit dem Tablett ist wundervoll und werde ich ausprobieren. Aktuell haben wir nur eine Basteltischdecke und da fällt auch gerne mal was auf den Boden. Play-Doh lässt sich getrocknet super wegsaugen, aber die Plastilin-Knete ist echt ätzend.

    Bei uns stehen alle Bastelsachen in einem erreichbaren Schrank im Wohnzimmer. Nicht perfekt, da sie von Töchterchen schlecht aufgeräumt werden können. Für solche Aktivitäten ist das Kinderzimmer tabu.

    Dauerangebote zur Selbstbedienung sind Malbücher, Filzstifte, Buntstifte und weiße Blätter.
    Knete und Wasserfarben erlaube ich nicht immer, weil ich mit dabeisitzen muss, wenn mir mein Wohnzimmer lieb ist.

    Viele Grüße
    Jana

    • Reply Birgit 01/22/2016 at 20:05

      Liebe Jana,

      ja Knete ist bei uns auch ein bissl ein schwieriges Thema, aber ich lasse sie, weil sie damit auch echt lange lange beschäftigt sind und eigentlich halten sie sich meistens sehr gut an die „Tablettpflicht“. Wasserfarben gibts bei uns schon zur freien Entnahme aber dem Kleinen muss ich natürlich auch noch assistieren. Nachdem ich aber selbst dann oft mitmale, mach ich das eh gerne :-)

      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Daija (liebevoller leben) 01/22/2016 at 19:46

    Wir haben den gleichen Wagen (ich habe ihn auf dem Muell gefunden!) fuer Bastelmaterialien. Unser ist voller als Eurer, Weil die Kleine wirklich gern malt, schneidet und bastelt und mich nach Materialien fragt, wenn sie nicht da sind. Dieser Bereich ist der Einzige, an dem ich nicht austausche, sondern hoechstens aufstocke.
    Du hast Recht, dass der Wagen fuer Kleinere nicht optimal ist, doch bei uns wird er oft auch ale Kaufmannsladen benutzt und dann von einem Zimmer ins Andere geschoben.

    • Reply Birgit 01/22/2016 at 20:07

      Ich hab unseren von Willhaben. Ich finde es immer total krass, wie viele Möbelschwedenmöbel es Gebraucht gibt, es muss Millionen davon geben. Das mit dem Kaufmannsladen ist ja eine nette Idee, ich glaube aber ich werde sie nicht anregen, ansonsten zischen sie mit dem Ding sicher wild durch die Wohnung so wie ich meine Zwei kenne 😀

  • Reply Judith 01/22/2016 at 23:38

    Ach Birgit, du hast mich desillusioniert. ich habe mir vor einer Woche auch das Küchenwagerl gekauft, um die Bastelsachen der Kinder darin so zu schlichten, dass sie gut zugänglich sind. Ich dachte eigentlich, das wäre die perfekte Lösung :/ Hm. Aber gut, dass du es erwähnt hast. Eventuell verwende ich es eben doch für etwas anderes. Mal sehen …
    lG,
    Judith

    • Reply Nanne 01/23/2016 at 15:15

      Ich finde den Wagen super als Nachttisch für mich. Passt alles, was sonst neben dem Bett lag gut rein. Bietet allerdings auch viel Fläche für Staub…

  • Reply Maria 01/26/2016 at 07:40

    Hallo Birgit!

    Meine Tochter ist 21 Jahr alt und hat mich vor kurzem nach ihren kindlichen Meisterwerken gefragt. Sie war sehr enttäuscht, dass nur noch wenige Stücke erhalten geblieben sind. Bei denen war die Freude groß, sie wiederzusehen.

    Ich bin nun doch sehr froh, nicht alles weggeworfen zu haben!

    lg
    Maria

  • Reply Fotos und Zeichnungen der Kinder – sortiert – Buntraum 02/01/2016 at 15:11

    […] Gedanken zu Kinderkunst und Basteleien findet Ihr auch bei Birgit von Fräulein im Glück im Zuge ihrer Challenge […]

  • Reply Julia 02/03/2016 at 07:10

    Hallo,

    ich habe letztens einen tollen Tipp gelesen. Die Kinderzeichnungen als Geschenkpapier für liebe Verwandte benutzen.
    Ich habe eine Mappe (A3) in die kommt alles rein, einmal im Jahr wird aussortiert, weil die Mappe übervoll ist. Leider finden es meine Kinder traurig, wenn ich die Bilder wegwerfe, daher finde ich die Idee, diese als Geschenkpapier zu verwenden klasse.

    Grüße
    Julia

  • Reply Was tun mit Stofftieren, Schulsachen oder Kleinkram? - Fräulein im Glück 02/05/2016 at 12:44

    […] ich schon beim Thema Basteleien geschrieben habe, neigen wir Eltern dazu, den Kindern manchmal unseren Kram zu überlassen, in der […]

  • Reply Tessa 04/05/2016 at 13:39

    Hey,
    ich kenne dieses unsägliche Problem mit den Bergen von Kinderkunstwerken. Für die aus Papier habe ich letztens eine super Verwendung gefunden: ein Mobile aus Kinderbildern. :) Hier: http://ichsagenoe.blogspot.de/2016/04/wohin-nur-mit-der-kinderkunst-tutorial.html
    Allerliebste Grüße von Tessa!

  • Reply Anita 06/26/2016 at 20:19

    Als meine Mutter gestorben ist, haben wir kistenweise meine (ich bin fast 40) Bastelsachen aus Kindergarten- und Schulzeit entdeckt. Und was habe ich mit diesen ach so wertvollen Erinnerungen an früher gemacht? Weg geschmissen.
    Was soll ich mit kiloweise bekritzeltem Papier nur weil ich es bekritzelt habe? Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es meinen Kindern genau so geht. Das einzige, das ich behalten habe, war ein von mir gemaltes Bild meiner Lieblingspuppe, die ich an meine Tochter weitergereicht habe, deren Lieblingspuppe sie jetzt ebenfalls ist, und von der sie auch schon Bilder gemalt hat.
    Ich bin mir ziemlich sicher, meinen Kindern wird es irgendwann genau so gehen.
    Sie brauchen nicht in 30-40 Jahren einen Dachboden voller verstaubter, vergessener Erinnerungen, sie brauchen jetzt Platz um sich zu entfalten.

  • Reply Kindergeburtstag: 10 Ideen, wie man einfach, nachhaltig und stressfrei feiert - Fräulein im Glück 09/28/2016 at 07:23

    […] Geschenkpapier aus Kinderkunst Nur weil Geschenke Secondhand sind, können sie trotzdem schön und vor allem persönlich verpackt sein. Ich verwende dazu oft alte Kinderkunstwerke, Verpackungsmaterial, Poster oder schöne Magazinseiten, wenn das Geschenk nicht zu groß ist. […]

  • Reply Silvia Rabensteiner 11/20/2016 at 19:36

    Wundervoller Blog, vielen Dank dafür!

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