Achtsamkeit Familie

Ich will keine Mutter mehr sein

10/08/2014

keine Mutter

„Ich will keine Mutter mehr sein“, das ist die Suchanfrage durch die Mütter am häufigsten auf meine Seite finden.

Wenn ich das lese, dann denke ich immer: „Wer immer das geschrieben hat, du bist sicher nicht allein!“

Es gibt ja diese Tage, da würd‘ ich am liebsten sagen: „Macht ruhig weiter, lasst euch nicht stören, ich bin dann mal weg“.

Das sind eben diese Tage, die vergehen auch wieder.

Aber was passiert, wenn das Gefühl des Verkehrtseins im Mutterjob nicht vergeht? Wenn Frau als Mutter unglücklich ist? Wenn einem alles so über den Kopf wächst, dass Frau dem Muttersein nichts mehr abgewinnen kann?

Ich habe Sandra Teml-Jetter, familylab Seminarleiterin & Elternberaterin der Wertschätzungszone dazu gefragt:

Ich will keine Mutter mehr sein, ist das nicht etwas, was alle Mütter einmal empfinden?

Absolut! Vor allem in der Zeit, wenn die Kinder ganz klein sind und uns im wahrsten Sinn des Wortes aussaugen, 24/7 nur an uns hängen – da kommt schon die legitime Sehnsucht nach einer Pause! Sich die Erlaubnis zu geben, das zu denken oder auszusprechen entlastet schon sehr oft!

Was kann ich tun, damit aus gelegentlicher Überforderung keine seelische Notlage wird?

Ich zeige Müttern gerne die Sauerstoffmaske aus dem Flugzeug als Metapher für bewusste Lebensgestaltung: Ich muss zuerst gut für mich sorgen, damit ich fürsorglich sein kann!

Was kann ich tun, damit das Muttersein auch wieder als etwas Positives wird?

Verabschiede dich von deinem Idealbild als Mutter, von deinen eigenen Erwartungen an dich. Finde im Sinne der Sauerstoffmaske heraus, was dir wirklich Freude mit deinem Kind macht. Viele Mütter spielen nicht gerne Brettspiele  – massieren aber mit Begeisterung oder lassen sich schminken! und lass dich unterstützen, damit du immer wieder zu dir kommst!

Könntest du konkrete Schritte aufzählen, wie Frau aus dieser Lage wieder heraus findet?

Get alive! Integriere spätestens nach dem Abstillen das, was dir früher auch wichtig war, in dein Leben! Werde kreativ im Gestalten deines Alltags! Eine Mutter hat kürzlich im Coaching die Idee einer privaten Krabbelgruppe  geboren und auch schon umgesetzt, damit ihr mit ihren beiden Kindern die Decke nicht auf den Kopf fällt! (Gebe gerne Kontakt in Wien gerne weiter)
Such das ehrliche, offene Gespräch mit anderen Müttern! Du bist nicht alleine mit deinen Gedanken und Gefühlen!
Lass dich unterstützen, nimm Hilfe an.

Und wenn gar nichts mehr geht. Hast du einen Rat?

Oft hilft schon ein einmaliger Coachingtermin, um eine neue Perspektive, Ermutigung, Verständnis und Zuspruch zu bekommen, wenn Mutter den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht!

Vielen Dank Sandra!

Und an alle da draußen, die durch das WWW hier her kommen und jetzt vielleicht finden, was sie suchen. Ich hoffe es hilft!

Alles Liebe,

Birgit

PS: Sandra macht wirklich super Workshops (und das ist jetzt keine Werbung sondern meine persönliche Meinung), ich habe selbst einmal einen besucht (und bin deswegen auf die Idee gekommen sie zu fragen) und es gibt bald einen, der zum Thema passt:
Muttersein-Fraubleiben findet am 29.11. von 13:00-17:00 in Wien statt. Nähere Infos findet ihr hier.

9 Comments

  • Reply Dame vom Land 10/09/2014 at 05:16

    Ich finde es auch ganz wichtig, sich mit anderen Müttern ehrlich auszutauschen! Das hilft schon enorm, wenn man weiß, dass man mit seinen Problemen nicht allein ist und nicht das Gefühl hat, die anderen machen alles besser!

    Liebe Grüße,
    Susi

  • Reply Petra 10/10/2014 at 07:54

    Ohh, ich glaube ,dieses Gefühl kennt jede Mama auch wenn es einige nicht zugeben mögen, ich persönlich hab auch schon Tage gehabt da dachte ich mir, macht doch was ihr wollt… ich hab keine Lust mehr auf Diskussionen oder Streit, besonders mit Teens kann das nämlich ganz schön anstrengend sein. Aber es gibt meisst auch wieder Tage da läuft alles gut und man freut sich tierisch über seine Rasselbande,
    Ich persönlich hab mir damals eine Mütterkur verschreiben lassen (ohne Kinder) und danach klappte es um längen besser, denn auch mein Schatz oder die Kinder haben gemerkt das nicht alles die Mama machen muss;)

    • Reply Fräulein im Glück 10/13/2014 at 09:13

      Liebe Petra,
      danke!
      Leider gibt es in Österreich keine Mütterkuren, das ist echt ein Jammer. Nur ein Pilotprojekt in Oberösterreich. Ich habe schon von vielen Müttern, vor allem auch von Alleinerzieherinnen gehört, wie gut das getan hat.

      Liebe Grüße,

      Birgit

  • Reply Vivi H 10/10/2014 at 08:05

    Was einen auch immer Gut tut in so einen Fall eine Auszeit!
    Jemand der auf die Kinder ein oder zwei Tage aufpasst so das man wirklich mal was nur für sich machen kann.
    Es bewirkt echt wahre wunder wenn man auch mal was Zeit nur für sich hat.

    Und wie schon vorher gesagt wurde andere Eltern zum Austauschen tun auch gut.
    Dann fühlt man sich nicht so allein und sieht es geht auch anderen so oder die haben gute Tipps wie man mit gewissen Situationen um gehen kann.

    Liebe Grüße
    Vivi

    • Reply Fräulein im Glück 10/13/2014 at 09:09

      Liebe Vivi,

      ja, Auszeiten sind total wichtig, aber je mehr Kinder man hat, umso schwerer ist das. Bei zweien, ist es schon schwer, sie gleichzeitig unterzubringen…

      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply daslebenisteinfach 10/10/2014 at 08:36

    Klasse Beitrag, davon sollte es viel mehr geben – das Bild von „Supermama“ in der Gesellschaft ist fast ein bisschen so wie dass mit den Supermodels und den Schönheitsidealen – für die meisetn unerreichbar! Glücklich sein kann man auch ohne „Supermama-Masse“…

    • Reply Fräulein im Glück 10/13/2014 at 09:08

      Danke!
      Ja, machen sicher auch die Medien oder vielleicht die Mütter selbst? Keine Ahnung.
      Aber dein Vergleich stimmt auf alle Fälle, alles sollte perfekt sein, ist es aber eben nicht.

      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Zurück auf Start | liebevoller leben 04/18/2015 at 16:22

    […] und auf dem Blog vom Fräulein im Glück landen durch meisten Mütter über die Suchanfrage “Ich will keine Mutter mehr sein“ . In den dunklen Momenten nach dem Schlachtgetümmel glaube ich trotzdem oft, die schlimmste Mutter […]

  • Reply «Ich will keine Mutter mehr sein» | Mamablog 11/24/2015 at 21:46

    […] Twitter las, konnte ich  nicht anders, als den dazugehörigen Link zu klicken. Ich landete auf dem Blog von «Fräulein im Glück», die über achtsames Elternsein schreibt und sich an besagtem Tag mit diesem einen Satz, dem […]

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