Achtsamkeit Familie

Ich bin eine Rabenmutter – wieso es wichtig ist, es manchmal laut zu sagen

05/08/2017

Ich bin eine Rabenmutter - wieso es wichtig ist, es manchmal laut zu sagen - Selbstfürsorge für Mütter - Fräulein im Glück der nachhaltige Mamablog

Ich bin begeistert und zwar von der Blogparade, die meine Namensvetterin Birgit von Muttis Nähkästchen ins Leben gerufen hat. Sie will, dass wir Rabenmütter uns outen. Und ich sage: Ja! Jede hat ihre Rabenmutterseiten und das einzugestehen kann manchmal sehr entlastend sein. Für einen selbst, aber auch für alle anderen.

Und deshalb oute ich mich auch, denn ich finde in Zeiten von Instagram, Pinterest & Co, in denen man dauernd das Gefühl hat, alle anderen sind so viel besser, so viel fitter, so viel stylischer und schaffen so viel mehr, als man selbst, ist es wichtig zu wissen, dass Jede Seiten hat, die man auf den Fotos und Postings vielleicht nicht erkennt.

„Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind“

Rabenmutter? – Kann ich.

Vor einiger Zeit sagte eine Freundin zu mir: „Wie machst du das alles? Du lebst so gesund, also ich gebe zu, ich mache auch einmal Kartoffelpüree aus dem Packerl. Sowas gibt’s ja bei euch nicht, oder?“ Und da musste ich wirklich laut lachen, denn der Blog zeigt nur einen kleinen Ausschnitt aus meinem Leben, ich schreibe über meine Versuche mein Leben bewusster, nachhaltiger und einfacher zu gestalten, das heißt ich versuche dieses Leben zu erreichen, weil ich es eben noch nicht habe.

Und um einmal auch die anderen Ausschnitte zu sehen, wird es Zeit für ein Outing meiner „rabenmütterlichen“ Seiten:

  • Warum bin ich zum Minimalismus gekommen und habe die Challenge #chaosfreiesKinderzimmer ins Leben gerufen?
    Weil es bei uns so oft chaotisch ist! Ich bin Workingmum & Bloggerin, ich habe weder Zeit noch Lust irgendetwas im Haushalt zu tun. Das ist hier Sparprogramm. Wenn der Mann nichts macht, ich mache nichts. Deswegen ist mein Ziel auch möglichst wenig zu besitzen, dann muss man nicht viel wegräumen. Falls die Kinder mal ordentlich werden sollten: Von mir haben sie’s nicht 😉
  • Ich liebe es gesunde Rezepte auszuprobieren, aber ich nehme nur noch wenig Rücksicht auf die Wünsche der Kinder. Wenn sie es probieren, freu ich mich, wenn nicht, dann nicht. Manchmal kochen mein Freund und ich für uns groß auf und wenn es die Kinder nicht wollen, bekommen sie halt Fischstäbchen.
  • Bei uns gibt es tatsächlich kein fertiges Kartoffelpüree aus dem Packerl. Aber bei der Oma gibt’s das und die Kinder essen es viel lieber als meines :-/
  • Ich habe 8 Wochen Hardcore „zuckerfrei“ gemacht. Inzwischen esse ich den Kindern wieder heimlich ihre Osterhasen weg, ich brauche Nervennahrung.
  • Ich spiele nicht gerne. Zumindest nicht das, was meine Kinder gerne spielen. Ich finde immer irgendeine Ausrede. Kuscheln ja, Bücherlesen ja, Zeichnen ja, aber Spielen nein danke.
  • Das Gleiche mit Basteln. Ein Grund, warum es hier nur ganz selten DIY-Beiträge gibt. Wann soll ich bitte auch noch mit den Kindern basteln? Nach der Arbeit? Da bin ich froh, wenn ich 5 Minuten meine Beine hochlagern kann und sich die Kinder alleine beschäftigen.
  • Manchmal lasse ich den Kindern einfach alles durchgehen und zwar einfach nur deshalb, weil ich meine Ruhe will.
  • Außerdem habe gefühlt 1. Million Erziehungsratgeber gelesen und bin viele Stunden in Achtsamkeitsseminaren gesessen, aber es gibt Zeiten, da brülle ich und es gibt Tage da erpresse ich die Kinder durch den Tag. (wobei ich sagen muss, im Moment wird es immer weniger und weniger *klopfklopf* – endlich fügt sich das Wissen der vielen Ratgeber und Seminare zusammen ;-))

Aber was solls? Auch ich bin eine Rabenmutter, aber um es mit Hirschhausen zu sagen:

„Wir halten uns vor allem deshalb für schlechter als die anderen, weil wir von uns selbst mehr wissen als von den anderen!“

Und wisst ihr was?

Auch Rabenmütter lieben ihre Jungen <3

Alles Liebe,

Birgit

Für später pinnen:

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8 Comments

  • Reply Stefanie 05/08/2017 at 09:07

    Nein. Du bist eine gute Mutter, eine sehr gute sogar. Eine Mutter ohne Schwächen (wobei ich ja nicht mal alle deiner Punkte als Schwäche ansehe, sie zeigen aber die sehr hohen Ansprüche die wie heute so an uns haben) wäre doch ganz furchtbar. Wie sollen die Kinder dann lernen, dass Schwächen ok sind und dass man daran arbeiten kann? Das nicht zu vermitteln wäre ja dann wieder eine Schwäche, ha. Du reflektierst und versuchst, jeden Tag neu an den Punkten zu arbeiten, die du als Schwäche empfindest. Das ist doch alles was zählt. Und sowieso finde ich deinen letzten Punkt den einzig wichtigen, achtsame Kommunikation. Darauf habe ich jetzt meinen Schwerpunkt gelegt und alle zuckerfrei-nurVollkorn-allesBio-plastikfrei-immerAllesBlitzeblank-nochTausendDingeNebenbeiSchupfen-Anspruch beiseite gelegt. Ich denke dran wo es geht, ja, aber wenn nicht dann eben nicht. Meine Nerven sind mir wichtiger. Und die leiden, wenn ich versuche, das perfekte Umfeld zu schaffen. Was bringt es meinen Kindern, wenn ich nachmittags zu erschöpft bin, ihnen achtsam zu begegnen, weil ich morgens mit Baby noch unbedingt einen zuckerfrei-veganen-Vollkornkuchen backen musste. Also nicht weil ich das wollte, sondern weil ich meinte, die Kinder brauchen den. Ich hätte auch gekaufte Kekse hinstellen und die ruhigen Minuten für mich nutzen können.
    Nun denn, ich übe weiter. Dir auch alles Liebe, Stefanie

    • Reply Birgit 05/08/2017 at 14:34

      Liebe Stefanie,
      vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar. Ich habe immer so Phasen, mal ist es mehr die gesünder Leben Phase, dann wieder stärker die zero waste-Phase, aber Achtsamkeit ist immer aktuell. Es hilft mir auch so sehr diesen Drang des „ichmussallesmachenundzwarsofort“ unter Kontrolle zu bekommen. Stell dir mal vor, ich würde das nicht machen 😉 Und du hast vollkommen recht. Ich backe z.B. auch nur noch dann, wenn es super gemütlich reinpasst, sonst schaue ich auch auf mich.

      Ich geh jetzt auch mal üben 🙂

      Alles Liebe,

      Birgit

  • Reply Katrin 05/08/2017 at 09:07

    Schöner Post, danke!
    Und trotzdem danke für die vielen Tipps und Ideen, vor allem fürs aufräumen 😉 ich lese sehr gerne hier.

    Viele Grüße einer Rabenmutter
    Katrin

    • Reply Birgit 05/08/2017 at 14:35

      Liebe Katrin,

      vielen lieben Dank, dein Kommentar ist ein schönes Kompliment 🙂

      Alles Liebe,

      Birgit

  • Reply 5 kleine Gewohnheiten, die dabei helfen, dass dein Zuhause ordentlich bleibt - Fräulein im Glück 05/10/2017 at 21:34

    […] Kaum eine Fläche freigeräumt, schwupps ist auch schon wieder alles voll. Ich habe ja letztens hier gestanden, im Ordnung halten bin ich schlecht, ganz schlecht, aber ich habe heute ein paar […]

  • Reply Franzi 06/16/2017 at 09:46

    Hallo Birgit, ich bin mal zufällig hier rein gestolpert und muss sagen, dass Du mir in vielerlei Hinsicht aus der Seele sprichst. Ich bin auch eine Rabenmutter! Und ich fühle mich deswegen oft schlecht. Ich mag es nicht, im Sandkasten Sandburgen zu bauen oder das x-te Sand-Eis zu „essen“, ich finde meine Kinder sollen ruhig kreativ sein – aber gefälligst auch wieder aufräumen (klappt bei 2 Jungs 2 Jahre und 3,5 Jahre so gar nicht) und ja, auch ich erpresse meine Kinder an schlechten Tagen und ich erwische mich oft, dass ich sie zu Unrecht anschreie, obwohl mir das immer gleich leid tut. Arbeiten, Haushalt und Kinder sind schon eine echte Herausforderung, aber ich bemühe mich – unter anderem auch durch lesen solcher toller Beiträge – entspannter zu werden. Es klappt nicht immer, aber ich bin auf einem guten Weg. Und es ist gut zu wissen, dass ich nicht alleine dastehe, dass es anderen Mamas auch so geht. Danke dafür! Ich werde jetzt öfter bei Dir reinlesen!

  • Reply Online-Therapiesitzung: Wir sind Rabenmütter! [Teil 1] | Muttis Nähkästchen 06/16/2017 at 11:30

    […] Sogar Birgit von Fräulein im Glück gesteht ihre Rabenmutter-Seiten ein und findet es sehr entlastend, sich das auch mal einzugestehen – für einen selbst und auch für alle anderen.  Rabenmutter? – Kann sie: Ich bin eine Rabenmutter – wieso es wichtig ist, es manchmal laut zu sagen […]

  • Reply Anja 10/07/2017 at 19:19

    Toller Blog und Beitrag. Ich bin zufällig über Pinterest hier gelandet und hab gleich mehrere deiner Beiträge gelesen und gepinnt.
    Und nur ganz nebenbei: Rabenmütter gehören zu den fürsorglichsten Müttern im Tierreich. (Neben der Tatsache, dass Raben auch noch zu den intelligentesten Tieren zählen). 😉

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