Achtsamkeit

3 einfache Achtsamkeitsübungen für Eltern & Kinder – fördert Entspannung, Ruhe und Konzentration

05/18/2017

3 einfache Achtsamkeitsübungen für Eltern & Kinder - fördert Entspannung, Ruhe und Konzentration - Aktivitäten mit Kindern, Achtsamkeit - Fräulein im Glück der nachhaltige Mamablog

Ich gehe jetzt einmal in der Woche in der Früh in Qigong. Dieser Tag in der Woche beginnt so ganz anders, die Kinder bleiben in der Verantwortung des Mannes und anstatt zum Kindergarten, eile ich vor der Arbeit in einen wunderschönen Innenhof inmitten der Stadt. Jetzt wo das Wetter warm ist, stehen die Fenster schon offen, wenn ich den ganz hellen Übungsraum betrete. Vor den Fenstern steht eine große Linde. Ihre Blätter leuchten in den unterschiedlichsten Grüntönen in der Morgensonne und das Vogelgezwitscher übertönt den Stadtlärm, den man in dem Innenhof nur leise hört. Am Dielenboden des Übungsraums tanzen die Schatten der Blätter. Aber meistens dauert es die ganze Stunde bis ich diese wunderschöne Szene endlich entdecke, denn mein Kopf ist schon um sieben Uhr morgens mit Gedanken bis oben gefüllt.

Eigentlich unfassbar, ich stehe auf und mein Kopf ist voll. Ich weiß nicht woher es kommt, ist es dieser ganze Social Media-Kram? Immerhin ist das als Social Media Managerin mein Job und mit dem Bloggen ist es auch noch mein Hobby. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass mein Kopf irgendwie voller ist als früher.

Keine Ahnung, ob das stimmt.

Erst gegen Ende der Qigong-Stunde wird es durch die langsamen Bewegungen, das bewusste Atmen und die Ruhe auch in meinem Kopf ein wenig ruhiger. Dann nehme ich mir endlich Zeit, um die Linde und die wundervolle Szenerie, die mit ihr verbunden ist, wirklich wahrzunehmen.

Wir nehmen uns viel zu selten Zeit

Wir nehmen uns viel zu selten Zeit von den Dingen um uns herum Notitz zu nehmen. Kinder hingegen machen das irgendwie von Natur aus. Manchmal tut es mir richtig leid, dass wir so durch den Tag hetzen. „Schnell, schnell, wir müssen noch die Bim erwischen“, „schnell schnell ich komme zu spät in die Arbeit“. Dabei fragen mich meine Kinder so oft, „Mama schau“, sie wollen von mir, dass ich langsamer mache, dass ich mich umsehe, aber ich habe leider so oft keine Zeit. Irgendwann werden sie aufhören zu fragen und irgendwann werden auch sie den Kopf so voll haben, dass sie sich keine Zeit mehr haben, langsam zu machen und die Dinge um sie herum zu sehen.

Wenn ich so darüber nachdenke, stimmt mich das ein bisschen traurig und wenn ich meinen Kindern dabei zuschaue, wie sie zwei Stunden am Stück, die selbe Ameisenstraße anschauen und dabei so hochkonzentriert und fröhlich aussehen, weiß ich, dass ich ihnen nicht zeigen sollte, wie man schneller von A nach B kommt, sondern, sie mir, wie ich an diesen kleinen Achtsamkeitsübungen des Alltags wieder Freude finde.

3 Achtsamkeitsübungen die Kinder lieben und Eltern helfen zu entspannen

Heute gibt’s deshalb 3 kleine Achtsamkeitsübungen*, die unsere Kinder praktisch jeden Tag machen und die uns Erwachsenen dabei helfen, die Gedanken leiser zu drehen, einfach mal langsamer zu machen und zu entspannen:

Bei diesen Übungen kannst du dich mit deinen Kindern auch unterhalten. Sprecht gemeinsam darüber, wie ihr euch fühlt, wenn ihr macht, was ihr macht. Und beobachte, was in deinem Geist und Körper vorgeht. Ganz ohne Ziel, es gibt nichts zu erreichen 🙂

Ameisen beobachten

Die Top „Übung“ meiner Kinder. Ameisen sind so ein faszinierendes Volk. Wie viele es sind und wie koordiniert sie trotzdem durch die Gegend wandern, wie ausdauernd sie sind und welche Lasten sie stemmen. Beobachte gemeinsam mit deinen Kindern, was die Ameisen machen, wo ihre Straßen verlaufen. Ihr könnt euch auch darüber unterhalten, wie toll es ist, was die Ameisen als Gruppe alles schaffen, weil sie zusammen arbeiten. (Achtung! Kleinere Kinder wollen den Ameisen manchmal an den Kragen 😉 )

Wolken betrachten

Nach oben zu schauen ist für uns Erwachsene richtig ungewöhnlich geworden, dabei ist das unendliche blau so entspannend. Einfach zuschauen, wie die Wolken vorbei ziehen und zur Ruhe kommen. Du kannst mit deinen Kindern darüber plaudern, dass sich alles stetig verändert und dass der Geist wie der Himmel ist. Wie das genau gemeint ist, kannst du hier nachlesen.

Blätter bewundern

Sich auf die Verzweigungen eines Blattes zu konzentrieren ist sehr entspannend und mir wird immer wieder von neuem klar, dass ein Blatt ein kleines Wunder ist, wie alles rund um uns herum. Wie sie sich im Wind bewegen und erst ihre unterschiedlichen Farben und Formen. Du kannst sie mit deinen Kindern auch über das Jahr hinweg beobachten und wieder besprechen, dass alles stetig im Wandel ist, wenn du magst. Oft ergeben sich richtig tiefsinnige Gespräche mit den Kindern.
Es gibt noch so viele Achtsamkeitsübungen, die wir von unseren Kindern abschauen können.

Und vielleicht hilft es uns von Zeit zu Zeit daran zu denken, dass wir eigentlich kein Ziel mehr brauchen, wir sind schon lange angekommen.

Alles Liebe,

Birgit

PS Die thematische Inspiration für diesen Artikel kommt vom tollen Beitrag von KindKücheChaos

* Quelle: James Baraz, Awakening Joy for Kids

Für später pinnen:

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10 Comments

  • Reply Bettina 05/20/2017 at 07:56

    Hallo, ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und hab mich mittlerweile durch alle möglichen Beiträge gelesen. Kinderzimmerchaos und Ausmisten sind bei mir Dinge die ich auch gern besser unter Kontrolle hätte. Mit Sicherheit hast du recht mit der Aussage, dass man oft einfach zuviel von allem hat. Auf jeden Fall ist es bei uns auch so, dass bestimmte Sachen keinen fixen Platz haben und deshalb überall fehl am Platz sind. Dass ich eine völlig chaotische Haushaltsführung habe, fällt mir jetzt, wo ich gerade berufsbegleitend noch eine Ausbildung mache, natürlich noch viel mehr auf. Ich versuche die Zeitknappheit als Chance zu nutzen, um dem Chaos auf möglichst effektive und zeitsparende Art und Weise Herr zu werden. Eine Methode, die bei mir -meistens- ganz gut funtioniert ist folgende: 5 Minuten pro Tag pro Zimmer zum Aufräumen nutzen! Der Fokus liegt vor allem beim Flächen leerräumen und Dinge die im falschen Zimmer liegen wieder an ihren Platz zu bringen. Das lässt sich auch mit wenig freier Zeit leicht umsetzen. Wenn mehr Zeit zur Verfügung ist kann man auch 10,15 oder 20 min pro Zimmer einplanen. Wenn man, so wie ich, zwischen Arbeit und Unterricht nur kurz daheim ist, kann auf diese Weise zumindest das Gröbste schaffen. Ich werd auf jeden Fall versuchen, einige der von dir erprobten Methoden umzusetzen. Dein Blog ist echt motivierend! Da bekommt man gleich Lust zum Entrümpeln!
    Liebe Grüße Bettina

    • Reply Birgit 05/22/2017 at 20:56

      Liebe Bettina,
      das freut mich und vielen Dank auch für den Tipp, das werde ich mir zu Herzen nehmen.
      Liebe Grüße,
      Birgit

  • Reply Nadine 05/22/2017 at 08:34

    Definitiv macht Social Media den Kopf voller! Ich glaube im Focus habe ich gerade ein Interview dazu gelesen wie sehr es auch gewollt ist, dass wir von Facebook und Instagram immer abhängiger werden und so viel Zeit wie möglich dort verbringen. Ich habe letztens mein Handy verloren und hatte fast eine Woche kein Handy. Es war super! Ja, Termine absprechen ist dann etwas schwieriger, aber dieses Nichtgestörtwerdenkönnen Gefühl war großartig. Und ich bin schon jemand der im Verhältnis zu anderen sehr bewusst damit umgeht. Ich habe immer den Ton aus, mit telefonisch eigentlich gar nicht zu erreichen 🙂 und trotzdem hat es einen Unterschied gemacht.
    Mir hat das sehr zu denken gegeben und mein neues handy ist jetzt ganz oft im Flugmodus.
    LG Nadine

    • Reply Birgit 05/22/2017 at 20:55

      Liebe Nadine,
      sehr spannend. Kann ich das Interview irgendwo nachlesen? Und ja, ich versuche meine Apps wenn irgendwie möglich zu reduzieren, das hilft auch schon sehr. Eigentlich wäre ohne Handy besser, aber da ich ein Fotofreak bin und nicht immer die große Kamera mitnehmen mag. Ist das halt meine Ausrede 😉
      Liebe Grüße,
      Birgit

      • Reply Nanne 05/24/2017 at 14:32

        Nur wenn du den aktuellen Focus irgendwie bekommst – bitte vorher einmal reingucken. Der Interviewpartner ist ein ehemaliger Apple oder FacebookMitarbeiter. Mein Papa hatte die Zeitschrift da, ich kann jetzt nicht mehr nachschauen.
        LG Nadine

  • Reply Anja 05/23/2017 at 13:41

    Tolle Übungen!! Du hast so Recht… am Liebsten würde ich jetzt rauslaufen um Ameisen zu beobachten. Bin gespannt wie das dem kleinen Fräulein gefällt!

  • Reply Kerstin 05/23/2017 at 14:22

    Ameisen beobachten… oh ja, das ist toll!! Wir haben erst letztes Wochenende eine Ameisenstraße beim Spazierengehen entdeckt und sicher 10 Minuten beobachtet. Das Spiel wurde gleich auf die Käfer nebenan und Vögel am Feld ausgedehnt. Wir halten nun beim Spazierengehen tatsächlich immer Ausschau nach Beobachtbarem 😅 Kann ich nur jeder Mama empfehlen!! 😍

  • Reply Shrimpmama 05/23/2017 at 15:15

    Auch als Psychologin kann ich diese Tipps wirklich empfehlen🔝Sind super zusammen gefasst.
    Viel Spaß
    Shrimpmama von Shrimpskrams

  • Reply manuel 05/27/2017 at 11:34

    Von Ameisen könnten wir Menschen eine Menge lernen! Da zählt das Leben der Gemeinschaft und nicht der Egoismus jedes Einzelnen 😉
    Liebe Grüße!

  • Reply Tina 07/10/2017 at 12:49

    Liebe Birgit, was für ein toller und interessanter Blog! Ich habe ihn gerade entdeckt und angefangen zu stöbern 🙂
    Bei uns im Garten war es neulich eine Raupe, die uns vor den spät-nachmittäglichen Streits meiner beiden Jungs bewahrt hat. Auf einmal war alles still und sie kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und mir tun diese Momente auch so gut, weil man sich eben richtig auf das Hier und Jetzt konzentriert. Obwohl ich das Social Media Gedankenchaos auch so gut nachvollziehen kann und es auch nicht verfluchen möchte… dafür bietet einem dieses Zeitalter so tolle Möglichkeiten als Mami zu Hause zu arbeiten und eben diese anderen Ameisen-Momente mit den Kindern zu erleben.
    Danke für den tollen Beitrag. Ich freu mich jetzt öfter mal bei dir zu lesen…
    Liebe Grüße,
    Tina

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