Achtsamkeit Familie

5 Wege das Trotzalter zu überstehen (auch die härteste Prüfung ist nur eine Phase)

06/17/2013

Das Trotzalter führt mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns, da kann ich meditieren was ich will, die Hölle ist nichts dagegen. Unlängst war ich deswegen auf einem Vortrag für Eltern mit Kindern im Trotzalter. Wenn man sich Bücher über ein Thema kauft oder zu Vorträgen geht, dann ist der Leidensdruck schon gewaltig. Das Gute dran: Wenn es Vorträge oder Bücher zu einem Thema gibt, dann gibt es auch viele, die das interessiert, sonst würde sich der Aufwand ja nicht auszahlen. Bedeutet also: Man ist nicht allein.

So war es dann auch. Da waren die deprimierten Eltern, die verzweifelten, die resignierten und dazwischen saßen auch ein paar motivierte Schwangere, die es bei ihrem Kind natürlich gleich von Anfang an alles ganz anders machen wollen.

Ich war erleichtert.

(cc) ninopnatividad

(cc) ninopnatividad

Besser lachen als weinen

Sollten Sie jemals Gelegenheit haben, Jan Uwe Rogge zu hören, gehen sie hin. Besser als jedes Kabarett. Warum? Weil man immer dann am meisten lacht, wenn man eigentlich laut weinen möchte, weil es genau den wunden Punkt trifft.

An diesem Abend hab ich wirklich viel gelacht, aber auch viel gelernt, nicht nur über Kinder, sondern über mich und das ganze Leben.

1) Du bist nicht alleine mit deinen Problemen

Warum schmeißt sich nur mein Kind bei Regenwetter auf den schmutzigen Boden und brüllt rum, sodass ich am liebsten auf der Stelle versinken möchte? Moment halt, Nein! Es ist nicht nur mein Kind. Im Gegenteil mit Kind, ohne Kind, jedem ist irgendwann in seinem Leben schon etwas passiert, was ihm schrecklich peinlich war. Vielleicht gibt es sogar Kinder die noch länger und noch lauter schreien als meines?

2) Es gibt nicht immer eine Lösung

Krampfhaft nach einer Lösung zu suchen, heißt nicht, dass es eine gibt. Oder vielleicht nicht die gibt, die man sucht. Manchmal ist es besser zu akzeptieren, dass es im Moment einfach so ist. Ok, er schreit, weil ich ihm ein Hirsebällchen weggegessen habe und lässt sich nicht beruhigen, irgendwann geht die schlimmste Situation vorbei und es geht wieder besser.

3) Akzeptiere dein Kind und dich selbst

Mein Kind akzeptiert mich so, wie ich bin. Noch erstaunlicher, obwohl ich gelegentlich Nervenzusammenbrüche erleide, betrachtet mich mein Kind sogar noch als eine Art Superheldin. Da gibt’s nicht viel zu überlegen, was vielleicht andere denken könnten. Mama ist toll und aus. Es wird Zeit, dass ich mich auch schön langsam akzeptiere, so wie ich bin (offensichtlich Superheldin) und auch Glückspilz Junior so nehme, wie er gerade ist: wunderbar, mit eigenem Willen und manchmal eben ganz anders als ich.

4) Sei kreativ

Dass es keine Lösung gibt, heißt nicht, dass man gar nichts tun kann. Dr. Rogge empfiehlt: Bei der nächsten Trotz-Schrei-Orgie, die Person, die gerade am lautesten seufzt, am heftigsten den Kopf schüttelt oder die Augen ganz bis zum weißen verdreht, anzusprechen und zu fragen: „Sie sehen so g‘scheit aus, wissen Sie vielleicht was ich machen soll?“ oder einfach sagen „ja, das ist meiner“ und sich schreiend dazu legen.

5) Es gibt Tage an denen es gut funktioniert und Tage an denen es schlecht funktioniert

So ist es. Neuer Tag, neues Glück.

4 Comments

  • Reply hemikota 09/21/2013 at 19:12

    Das sind fünf Leitsätze, dich ich mir gleich hinter die Ohren schreib 🙂
    ich finde deinen versuch toll und das mit kleinkind 🙂 die kleinen sind ja auch eine wunderbare erkenntnismethode, finde ich. sie nehmen jeden fehler den man hat und hauen einem das wieder zurück. uff. eine knallharte herausforderung, aber eine schöne!

  • Reply gedankenragout 09/22/2013 at 20:28

    und hat man die Trotzphase erfolgreich überlebt , schlägt einem der eisige Wind der Pubertät ins Gesicht und man fragt sich insgeheim , wie man sich damals über solche Nichtigkeiten überhaupt ereifern konnte 🙂

    schöner Blog
    Gruß nicole

  • Reply Göran Nitsche 04/12/2014 at 04:22

    Liebes Fräulein,

    unser Sohn treibt uns auch nach wie vor gelegentlich in den Wahnsinn, wo man manchmal das innere Bedürfnis verspürt ihn einfach an die Wand zu klatschen, wie die Prinzessin den Froschkönig… Aber: Die Häufigkeit und Intensität sinkt und sinkt und sinkt – bis zur nächsten Phase. 😉 Zwischen 2 und 3,5 ist meistens die krasseste Phase, weil dort im Gehirn soviel passiert, dass die kleinen Mäuse selbst gar nicht wissen können, wie ihnen eigentlich geschieht.

    Anfänglich habe ich auch noch krampfhaft nach irgendwelchen Lösungen gesucht, mittlerweile reduziert sich das aber meistens auf das Angebot einer bekanntermaßen für den Sohnemann meist akzeptablen Alternative – wird aber auch die abgelehnt schalte ich nur noch auf Durchzug, atme einige Minuten tiefer als ohnehin schon und dann setzt die Beruhigung von ganz alleine ein. Es bringt auch einfach gar nix, sich als Eltern total mit fertig zu machen, weil das Kind dafür so gute Antennen hat und am Ende nur noch extra zum Trotzen animiert wird.

    Von daher: Keep smiling, und die „Fachidioten“, von denen viele schon im Säuglingsalter immer die tollsten Ratschläge parat haben von außen, einfach quatschen lassen.

    Liebe Grüße,

    Göran

  • Reply Was hab ich nur falsch gemacht? {es ist gut, so wie es ist #1} - Fräulein im Glück 01/07/2016 at 15:21

    […] Und jetzt? Jetzt sei alles besser, sagte sie. Also nur eine Phase. […]

  • Leave a Reply